Tamiya`s Dragon Wagon 1/35, Teil 1, die Zugmaschine

Baubericht von Klaus Hoffmann

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Der Bausatz ist wie schon im Review erwähnt ein absolutes Highlight. Ich hatte außer den beiliegenden keine zusätzlichen Ätzteile oder sonstiges Zubehör benutzt; lediglich ein MG .cal50 von Royal Model mute einfach sein, doch dazu später noch mehr.

Der Bau begann mit der Motorabdeckung, die einen Großteil der Fahrerkabine beansprucht. Eine Kleinigkeit fiel mir beim Vergleich mit Fotos auf: Die Verschlüsse und Handgriffe der Motorabdeckplatten sind formtechnisch bedingt nur angedeutet,

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aber dem kann man ja abhelfen. Ich habe die Teile mit dem Skalpell abgehobelt, ein 0,4er Loch an die Stelle der Verschlüsse gebohrt und eine Schleife aus 0,2mm-Draht durchgesteckt.

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Dann vorn einen 0,4mm-Draht als Abstandshalter einklemmen, und von hinten die se zuziehen und mit einem Töpfchen Sekundenkleber sichern. Vorne den Draht raus, hinten mit dem Skalpell bündig anschneiden - fertig. Nicht unbedingt nötig, schaut aber nett aus. Die Handgriffe sind einfach aus Draht gebogen und aufgeklebt.

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Was ihr hier seht ist ein einziges Bauteil. Schade, da Tamiya in 1/35 mittlerweile so wenig bringt, bei diesen genialen Formenbauern:

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So, die Motorabdeckung ist montiert:

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..und das Führerhaus mal aus Spaß aufgesetzt.

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Der Bausatz ist im Militärbereich bis dato das mit Abstand beste, das ich bisher gebaut habe. Ich bin ja aus dem 1/24-Auto-Sektor schon bestens mit der immer wieder erstaunlichen Präzision und Durchdachtheit von Tamiya vertraut, aber hier haben sie wirklich auch im "oliven" Sektor ein Meisterstück abgeliefert. Ich habe auch im direkten Vergleich mit Vorbildfotos noch nicht einen groben Fehler oder fehlende Teile gefunden. Wenn hier überhaupt Verbesserungen drin sind, dann wirklich im Bereich "Feintuning".

Wenn irgend möglich liegen Auswerfermarken und Angüsse im unsichtbaren Bereich; Sinkstellen sind fast nicht vorhanden. Dazu ist der Kit noch idiotensicher, nicht nur durch unterschiedliche Passungen, sondern auch durch direkte Rechts/Links-Kennzeichnung der Bauteile an unauffälliger Stelle, wie dieses Beispiel der Vorderradträger zeigt:

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Aber nun weiter mit dem Bau:

An den Vorderradaufhängungen habe ich lediglich diese angegossenen Stangen durch Draht ersetzt, weil man das recht gut auch von innen sieht. Die Hebel an sich blieb so; da das Teil später nicht direkt im Blickfeld lag, war mir das zu aufwendig.

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An der vorderen Seiltrommel ist zwar die Klemmvorrichtung für das Seil vorgesehen, dieses soll aber lt. Anleitung nur einfach aufgespult werden. Da ich richtiges Drahtseil verwende, lag es nahe, die Befestigung etwas zu verfeinern. Nebeneffekt: Das Seil ist fixiert und hat besseren Halt beim Aufrollen, da das schon mit etwas Spannung passieren muss.

Also erstmal das angegossene Dingens hier entfernt:

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Dann aus einem Alustreifchen über einem passenden Bohrer die Schelle nachgebogen,

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ein Loch schrg in die Trommel gebohrt, das Seil durchgesteckt und außen mit Sekundenkleber fixiert. Dann das Schellchen aufkleben, mit dünnem Gießast noch zwei Schraubenköpfe imitieren und fertig:

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Das Seil kann dann mit etwas Kraft aufgewickelt werden. Obwohl das Edelstahlseil sehr elastisch ist, musste ich es wegen der engen Radien doch vorglühen; außerdem ist es dann garantiert fettfrei und läßt sich stabil kleben.

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Die Halterungen noch dran und die Trommel ist fertig. Ich hatte die Seile schon mal fürs Lackieren abgeklebt; die Länge des Überstands passt nachher genau für die Befestigung an der Stoßstange. Die Trommel ist übrigens nicht randvoll; aber das sieht man auch meist so beim Original.

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Die Hinterachsaufhängung besteht aus zwei auch beim Original symmetrischen Teilen und dem Mittelteil mit Differential.

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Dank Polycabs ist problemlos ein Probesitzen möglich; man beachte den komplizierten und sehr interessanten Antriebsstrang; die Detaillierung ist einfach genial:

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Die Vorderräder sind lenkbar; ich habe hier über die etwas üppig dimensionierte Spurstange großzügig hinweggesehen, weil mir die Funktion wichtiger war.

Das obligatorische "Mal-Gucken-wie-es-jetzt-so-aussieht":

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Kleiner Tipp zum Schluß: Man muß nicht immer einen Mordsaufwand treiben, um etwas zu verfeinern; wie diese Abdeckungen von der Hinterachse zeigen, bringt schon das Dünnerschleifen von Bausatzteilen oft eine deutliche Verbesserung (rechts vorher, links nachher):

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Als kleines Intermezzo eine Idee, wie man schnell zu schmalen Streifchen Alufolie oder Messingblech kommt. Die brauche ich relativ häufig, und irgendwann war mir das Schneiden mit der Schere zu mühsam und zu ungenau. Daher:

- Ma am Meßschieber einstellen und fixieren

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Den Tiefenmesser des Meßschiebers als Anschlag benutzen und damit die Folie am Rand eines Papierschneiders ausrichten:

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Schneiden, fertig. Damit bekommt man sehr schnell recht exakte Streifen. Der billige Papierschneider von Plus schneidet auch Messingblech bis 0,3mm und dünnes Sheet ohne Klagen.

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Aber nun wieder zum eigentlichen Modell:

Hinten im Rahmen sitzen zwei Drucklufttanks, bei denen mir die angegossenen Haltebänder nicht zusagten. Die eine Hälfte ist angegossen, die andere aufgeklebt, so da man nur an Ort und Stelle was machen kann. Also erst mal die alten Bänder abgeschliffen:

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Dann Alustreifchen auf Ma geschnitten (Methode siehe oben), mit einem 0,4er Bohrer ein Loch reingebohrt,

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die Teile zurechtgebogen (Mit Zange und Pinselstiel für die Rundung),

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und angeklebt. Die Schraubverbindung habe ich einfach mit einem Drahtstückchen, das durch die Löcher gesteckt wird, angedeutet. Ich finde es zumindest etwas schöner als vorher.

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Übrigens war mir auch erst auf dem Foto aufgefallen, da die Enden noch etwas schief stehen, das wurde aber weitestgehend korrigiert.

Dann waren da noch die Spritzschutzbleche über den Kettenantrieben; hier sind die Bausatzteile wirklich etwas dürftig, wie ich finde. Die Bleche sind links und rechts unterschiedlich; ich habe sie mit Alufolie und 0,25mm Messingblech anhand der Grundform der Bausatzteile und Vorbildfotos nachgebaut.

Erst die eine Seite. Hier hat mich vor allem gestört, da die Halterungen nur angegossen sind und da die Haltewinkel (auf dem zweiten Foto rechts) komplett fehlten; außerdem ist das Plastikteil materialbedingt natürlich viel zu dick.

Hier das Bausatzteil:

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Und der Nachbau:

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Das ging recht einfach; so klein sind die Dinger nicht:

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Dann die andere Seite; hier auch wieder das Bausatzteil (liegt unten):

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und der fertige Nachbau mit provisorisch montierten Kettenantrieben:

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So ganz zufrieden war ich damit immer noch nicht, also: Herz gefasst, Schrauben ab,

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neue Halteschienen, Schrauben wieder drauf. Nun ist es wie beim Original, zumindest weitestgehend; auf die Federringe hab ich verzichtet...

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Nun noch die letzten Kleinigkeiten an der Hinterachsaufhängung:

Ein sehr interessantes Detail am M-26 ist der Kettenantrieb. Damit die nicht trockenlaufen ist dazu eigens ein Ölbehälter über den Ketten montiert, der über kleine Rohre für die nötige Schmierung sorgt. Eben diese Rohre fehlen beim Bausatz und sind wohl der Klassiker beim Verfeinern des Modells; ich habe praktisch keinen Baubericht gesehen, in dem die nicht auf die eine oder andere Art nachgebildet wurden.

Also:

- Löcher bohren:

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- Draht (0,3mm) zurechtbiegen:

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- Ein feines Streifchen Alufolie wie ein Fähnchen um den Draht falten:

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- Das Streifchen um 90 abwinkeln und kürzen; das Ganze soll die Absperrhähne imitieren:

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Dann diese Dinger einkleben, kürzen und zurechtbiegen, so da sie jeweils auf eine Kette zeigen:

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Die Kettenteile sind noch nicht versäubert und nur mal provisorisch fürs Foto montiert. Ich bin jedesmal aufs Neue begeistert, wie gut die Teile schon vom Bausatz her detailiert sind.

Dieser Teil ist damit bis auf ein paar Druckluft- oder Hydraulikschläuche fertig, die ich aber erst nach der endgültigen Montage am Rahmen anbringen werde, weil die im Rahmen verschwinden sollen.

So sieht das dann aus:

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