Tamiya`s Dragon Wagon 1/35, Teil 6, Die Farbgebung

Baubericht von Klaus Hoffmann

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Zum Lackieren klebe ich die Teile gerne auf Teppichband; das ist eine recht gute und leicht lösbare Halterung für den Kleinkram. Dankbarerweise passen die Gießäste exakt in die Tamiya-Polycabs der Räder:

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Da es sich beim vorherigen Modell bewährt hat, habe ich zuerst wieder mit Mattschwarz von Tamiya "grundiert". Vorteil: Leichte Vorschattierung, aber vor allem aber hat es den Vorteil, da man beim Schwarz und beim nachfolgenden Basislack wunderbar sieht, wo man schon lackiert hat und wo nicht, Gerade bei so komplexen Modellen sicher kein Nachteil:

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Als Basisfarbe dient wie schon beim Sherman Tamiya XF-62/XF-60 im Verhältnis 10/3. Ein paar Impressionen:

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Die weitere Vorgehensweise:

- Aufhellen der Grundfarbe (wie oben geschrieben XF-62 mit XF-60 im Verhältnis 10/3) mit XF-57 im Verhältnis 10:3. Diese Farbe wird dann hoch verdünnt (5 Teile Verdünnung, 1 Teil Farbe) und damit alle Flächen aufgehellt.

- Abtönen der Grundfarbe mit XF-63, ebenfalls wie oben 10/3 mit hoher Verdünnung; damit werden alle Ecken und Kanten betont. Das sieht dann so aus:

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Ich sprühe dann wieder mit hoch verdünnter Grundfarbe (6:1) nochmal drüber, denn damit läßt sich der gewünschte Effekt sehr genau einstellen. Das sieht dann so aus:

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Das Blitzlicht gibt den Effekt etwas stärker wieder als er in Wirklichkeit ist. Aber immerhin ist somit schon mal die "Langeweile" der Grundfarbe etwas aufgelockert.

Achja: An den Hebeln der Windeneinheit wollte ich noch diese Stahldrähte nachbilden; hätte ich beinahe vergessen...

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Dann war Erdal Glänzer-Time:

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Nach dem oben beschriebenen Schattieren bekam das ganze Modell einen Überzug aus Glänzer als Klarlackersatz. Wozu das Ganze? Nun, zum einen als Basis für Decals, um das Silvering zu vermeiden, vor allem aber schätze ich das mittlerweile als Basis für das noch folgende Washing mit Ölfarben. Es schützt die darunter liegenden Lackschichten und sorgt vor allem dafür, da das Washing schön in alle Ecken einfließen kann. Man vermeidet auch die unschönen Flecken, die bei Washings auf Mattlack oft entstehen.

Als nächstes wurden die Decals aufgebracht. für die Bumper- und Registration Codes an Stoßstange und Kabinenseite habe ich erstmals die Aufreibemarkierungen von Archer (Dry Transfers) benutzt.

Die restlichen Decals stammen aus dem Bausatz und sind wahrlich auch nicht schlecht. Bei dem Stern auf dem Dach hab ich schon mal ein paar "Lackschäden" angebracht.

Nach dem Trocknen wurden die Decals nochmal mit einer dünnen Schicht Glänzer versiegelt, da ich vor allem bei den Archer nicht sicher bin, wie die auf Ölfarben und deren Verdünnung reagieren.

Die Decals wurden noch mit hochverdünnter Grundfarbe leicht übernebelt, um das Knallweiss zu entschärfen. Dann folgten ein paar Farbfilter, um die Eintönigkeit der Grundfarbe weiter aufzulockern und diese etwas lebendiger wirken zu lassen.

Dazu nehme ich einfach irgendwelche knallbunten Mattfarben (blau, gelb, rot, grün...), verdünne diese im Verhältnis 15:1 und sprühe damit wahllos nacheinander einzelne Stellen des Modells ein. Von den Farben selbst sieht man wegen der hohen Verdünnung nix, aber das Modell wirkt wesentlich realistischer, weil sich nun viele feine Nuancen herausbilden.

Das Ganze sieht dann so aus:

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Die Schattierungen wirken noch sehr stark, was aber vor allem am Blitz liegt. Außerdem schwächt der noch folgende Mattlack die Effekte ohnehin wieder deutlich ab.

Bei Tageslicht und ohne Blitz sieht das Ganze übrigens so aus (sorry, leicht unscharf):

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Achja, das MG... Ich hatte es zuerst mattschwarz lackiert, und das sah nach gar nix aus. Also ab ins Isopropanolbad und Farbe wieder runter:

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Letztendlich hab ich mit einer Mischung aus Mattschwarz (XF-1), Braun (XF-10) und einem dunklen Metallicton (X-10) eine Mischung gefunden, die meiner Meinung nach den leicht bräunlichen Schimmer der Stahlbrünierung recht gut wiedergibt. Detailbemalung folgt noch:

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Nach einem dezenten Washing mit Ölfarbe (schwarz und umbra gebrannt, verdünnt mit Feuerzeugbenzin) und dem Bemalen von Kleinkram sah das Ganze so aus.

Die Fotos sind nicht wirklich gut; die Farben sind sehr stark verfälscht; der Blitz läßt die Effekte wesentlich stärker erscheinen, als sie wirklich sind! Aber das Tageslicht war leider schon weg...

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Gerade beim Washing und dem noch folgenden Trockenmalen bin ich nicht so der Freund von zu starkem Anwenden, ich mag es wie schon gesagt, wenn man es wahrnimmt, aber nicht direkt sieht.

In der Hütte sieht das Washing an ein paar Stellen schon etwas heftig aus, aber erstens liegt das stark am Blitz und zweitens sieht man davon ohnehin später kaum noch was.

Nächster Schritt: Zuerst ein gaaanz dezentes Trockenmalen mit hellgrüner Ölfarbe nach dem gängigen Verfahren, d.h.:

Farbe anmischen, mit einem Flachpinsel...

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...etwas unverdünnte Farbe aufnehmen und auf einem Stück Küchenrolle solange wieder abstreifen, bis man keine Farbe mehr auf dem Papier sieht. Damit streicht man dann vorsichtig über die Kanten und Details, die man etwas betonen möchte. Wichtig: Immer erstmal vorsichtig probieren, ob nicht doch zu viel Farbe da ist, aber dank der langsamen Trocknung der Ölfarben kann man im Zweifelsfall zu viel Farbe mit einem Wattestäbchen wieder abwischen.

Auch hier gehe ich nach dem Motto: Man soll es wahrnehmen, aber nicht direkt sehen. Hat auch so einigermaßen geklappt:

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Warum ich übrigens gerade diese beiden Ölfarben zum Mischen gewählt habe? Ganz einfach: weil sie gerade da waren. Im Prinzip braucht es nur irgendein helles Grün.

Danach folgte ein Überzug mit Klarlack. Da diese Fahrzeuge damals eher glänzten und nicht so extrem matt lackiert waren wie moderne Militärtypen, habe ich mir wie schon beim vorherigen Modell Erdal Glänzer und Tamiya X-21 Flat base im Verhältnis 12:1 gemischt und noch ganz leicht mit Tamiya-Verdünner gestreckt. Das gibt einen wirklich schönen Seidenmatt-Glanz, der zudem ruck zuck trocknet und eine sehr abriebfeste Oberfläche ergibt.

Also, noch zwei Fotos vom aktuellen Stand; die Hütte ist immer noch nicht festgeklebt; dazu muss ich erst die Winden montieren. Auf diesen Fotos kommt auch der Farbton zu einigermaßen rüber:

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Da der Kettenantrieb mit permanenter Ölzufuhr arbeitet, findet man auf Vorbildfotos an den Hinterachsen alle Verschmutzungsgrade von blitzsauber bis total versaut. Ich habe mich für "leicht versaut" entschieden und anhand von Fotos ein paar Ölspuren aufgebracht. Bei der Gelegenheit wurde auch der Aufliegerteller "versorgt":

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Ich habe hierzu übrigens die Ölfarben Schwarz und Umbra gebrannt gemischt, unverdünnt aufgetupft und wieder abgewischt.

Nach dem Anbau der Hinterachsen wurden die Brems- oder was-auch-immer-für-Leitungen ergänzt:

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Dann wurde noch die Uhu-Tac-Maskierungen der Scheinwerfer entfernt; ging recht gut, das werd ich beibehalten:

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Die Antriebsketten, Windeneinheit und Auspuff wurden montiert:

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Die Rücklichter und Markierungsleuchten wurden bemalt. Grundiert wurde mit einem dunkleren Metallicton (Model Master stahl brüniert), danach mit Tamiya Clear Red (X-26) bzw. mit einer Mischung aus Smoke (X-19) und Seidenmatt schwarz (X-18) lackiert. Im Original scheinen die wirklich weitgehend schwarz gewesen zu sein.

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Das ganze Gerödel wurde endlich mal auf die Ladefläche des Trailers gepackt (incl. des nicht angebauten Krans):

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Noch die Bilder vom aktuellen Status:

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Die Räder wurden vorm Anbau leicht mit verdünntem Tamiya XF-57 (buff) übernebelt, um das Schwarz ein wenig abzuschwächen.

Hier ein paar Tageslichtfotos; das Modell ist noch unverändert gegenüber den vorherigen Fotos.

So kommen die Farben recht gut rüber; ich hab auch mal ein paar große Fotos in 1280er Auflösung verlinkt.

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Auch die Auspufffarbe sollte so recht gut passen:

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Die Scheiben wollte ich nicht umständlich maskieren, daher hab ich sie erst nach der Montage ganz zum Schluss eingeklebt. Das ging bei diesem Modell wunderbar mit einem Kafferührstäbchen einer namhaften Fastfood-Kette und etwas Uhu Tac als Werkzeug. Die Scheiben wurden einfach an den Kanten mit Humbrol Clearfix bestrichen und durch die Seitenscheibe eingebaut:

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Ich hab mich letztendlich dazu entschieden, nur noch im Bereich der Räder leicht "einzustauben". Dazu benutze ich zerkleinerte Pastellkreide, die ich mit einem Flachpinsel aufbürste. Danach bin ich mit dem gesamten Gespann auf einem glatten, leicht angefeuchteten Lappen ein paarmal hin- und her gerollt, um das Profil wieder zu säubern. Schließlich wurde noch einmal mit der Airbrush trocken, aber mit 3,5 bar drüber gepustet, um allzu starken Auftrag zu entfernen.

Als letzte Aktion habe ich den beiliegenden Vinylschlauch, der die Leitungen zwischen Trailer und Zugmaschine darstellt, mit 1500er MicroMesh angeschliffen, so da er wirklich wie eine gummiummantelte Leitung ausschaut:

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Nun wurden endlich auch die Werkzeuge eingesetzt: Zu den Werkzeugen gibt es nicht viel zu sagen; ich hatte die ja schon nebst Halterung weiter vorne gezeigt, nun wurden sie nur noch fertig bemalt und mit einem Gurt aus einem Alustreifchen in die Halterung geschnallt. Der Aufwand hat sich jedenfalls gelohnt, es sieht so schon besser aus als das reine Bausatzteil. Die Stiele sind mit einer Sandfarbe grundiert und dann mit ein oder zwei verschiedenen Brauntönen (Ölfarbe) etwas "gemasert".

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Das Resümee: Der Bausatz ist brilliant, ein echtes Meisterstück von Tamiya!!!

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