Fujimi`s Bf-110 D 

im Maßstab 1/72 von Jan-Ulf Krethlow

Lange schon lag der Fujimi-Bausatz der Bf-110 in meinem Vorratsschrank. Nun, dieses Schicksal teilte er natürlich mit etlichen anderen Bausätzen. Nach dem wirklich extrem gut ausgeführten Tamiya Warbird Kit der P-51 lauert hier mal wieder ein wenig Herausforderung. Zumindest was die Montage angeht. Die Basis die dieser Bausatz bietet täte ich mal als "ganz gut" bezeichnen. Nicht weniger aber eben auch nicht mehr.
Was das im Einzelnen bedeutet, habe ich mir vorgenommen später an einigen Beispielen noch zu verdeutlichen. Hier für´s Erste einmal ein Link zur Bausatzvorstellung

Zunächst einmal habe ich einige der Großteile von den Gießästen abgetrennt, grob gesäubert und für eine erste Passprobe mal mit Tamiyaband fixiert. Hierbei tritt schon recht deutlich zu Tage, das die Passung fast durchgängig nachgearbeitet werden muss. Das bedeutet natürlich auch Spachtel-, Schleif- und Gravurarbeit. Aber schließlich betreiben wir hier ja Modellbau. Und wer eine halbwegs vernünftige 72er Bf-110 in der Vitrine stehen haben möchte, kommt hier eben nicht drum herum.

www.scale-world.de

Auf diesen Bildern der Totalansicht naturgemäß nur zu erahnen, das der Bausatz mit wirklich fein ausgeführten Gravuren ausgestattet ist. Einige kleine Klappen sind leider nicht ganz so randscharf ausgeführt und liegen zum Teil auch dicht an Bauteilstößen. Diese werden wohl nach dem Schleifen komplett neu aufgebaut werden müssen. Die Passform der Rumpfhälften sowie der Flügelober- und Unterteile ist alles in allem aber noch gut.

Etwas mehr Arbeit werden die horizontal geteilt ausgeführten Motorverkleidungen bereiten. Die Übergänge Flügel/Rumpf täte ich mal als passabel bezeichnen. Nicht ohne erforderliche Nacharbeit aber eben auch kein großer Versatz. Die FuGI 2F Antenne am hinteren Unterrumpf hinterlässt schon mal einen recht groben Eindruck und wird daher wohl einer Eigenkonstruktion weichen müssen. Eine relative Kleinigkeit aber

www.scale-world.de

Erster Bauabschnitt ist mal wieder das Cockpit. Fujimi hat dem Cockpitbereich nur rudimentäre Details spendiert, was mal wieder nur durch etwas Eigeninitiative auszugleichen ist. Zur Verfügung steht mir ein PE-Satz von Airwaves, gedacht für die Fujimi-110 und ein PE-Satz von Eduard, der eigentlich zur Detaillierung des Italikers gedacht ist. Der Airwaves-Satz ist doch recht grob gestrickt, in Sachen Detaillierung wird er vom Eduard-Pendant um Längen geschlagen. Der Großteil der angedachten Erweiterungen wird aber eh in Eigenarbeit erledigt, da stört es dann auch nicht wirklich, das die Eduard-Pe´s hier und da auch noch ein wenig angepasst werden müssen.

www.scale-world.de

Im Cockpit wurden Seitenwände aus 0,25mm Sheet eingebracht und ein paar Seiten- Boden- und Schottstrukturen wurden ergänzt. Der Vordersitz wurde an den Seiten etwas dünner geschliffen, ansonsten unverändert übernommen. Ein kleines Sitzpolster wurde durch zufügen eines Stücks Zinnfolie ergänzt. Der Sitz des Bordschützen wurde um eine kleine Lehne erweitert und erhielt ebenfalls ein Polster aus gefalteter Metallfolie. An den Seitenwänden wurden einige Stromkabel angebracht und mit kleinen Alulaschen befestigt. Vorbereitet, hier aber noch nicht zu sehen, wurde die Funkgerätekonsole.

www.scale-world.de
www.scale-world.de

Abschließend mal eine Ansicht mit geschlossenen Rumpfhälften. Bisher passt alles

www.scale-world.de

Die Rumpfinnenseiten wurden noch ein wenig nachdetailliert und erhielten dann einen Basisanstrich in RLM 02. Wie fast immer verwende ich hier Gunze-Acrylfarben. Ein paar Hebel aus dem Eduard-Satz wurden noch eingesetzt und mit Rot ein paar farbliche "Akzente" gesetzt. Im Frontbereich, wo später das Instrumentenbrett platziert wird, musste ein wenig Material weggenommen werden, da das für den Italerie-Bausatz gedachte Eduard-Brett im unteren Bereich ein wenig breiter ist als der Fujimi-Rumpf es zulässt.

www.scale-world.de

Ebenso an der Steuerbordseite. Minimale Anpassungsarbeiten. Auch hier wurde ein wenig nachdetailliert, um das Ganze ein wenig interessanter zu gestalten. Im Bereich der Spanten habe ich mit stark verdünntem Tamiya Smoke ein wenig nachschattiert.

www.scale-world.de

Der Cockpitboden ist soweit fertiggestellt. Die Munitionstrommeln sind nur angedeutet aber immerhin ist dieses "Loch" jetzt ein wenig gefüllt. Die Funkgerätekonsole erhielt ein paar Decals aus dem Mike Grant-Satz. Den zuvor weiß hinterlegten Acetatfilm aus dem Eduard-Satz habe ich mittels Future mit dem Ätzteil der das Instrumentenbrett darstellt verbunden um so den Eindruck von verglasten Instrumenten zu erhalten. Nun, die Wirkung beider Maßnahmen, zumindest ein Großteil davon, bleibt wohl dem Maßstab geschuldet..

www.scale-world.de

Ein Ölfarbwashing aus ca. 80% Raw Umber und 20% Paynes Gray, versetzt mit ca. 80% Terpin bildetete den Abschluss der Arbeiten am Cockpit. Damit ist dies das letzte Bild bevor die Rumpfhälften miteinander verbunden werden..

www.scale-world.de


Flügel und Rumpf finden zusammen. Höhen- und Seitenruder sind ausgeschnitten und im leicht ausgelenkten Zustand wieder verbaut worden. Spendiert wurde weiterhin ein ETC 500 von Quickborn. Die durch gähnende Leere auffallenden Hauptfahrwerksschächte wurden um ein paar eingebrachte Strukturen ergänzt. Die am Unterrumpf fest angebrachten Details wie die FuGI 2F Antenne und das Spornrad wurden zunächst entfernt. Die Antenne wird spüäter ersetzt und das Spornrad analog zu den Rudern in ausgelenkter Stellung montiert. Die Passgenauigkeit kann übrigens als hervorragend bezeichnet werden.

www.scale-world.de

Heute mal ein paar Detailarbeiten. Da wäre einmal das Hauptfahrwerk. Versehen mit einem Knickgelenk aus dem Eduard-Pe-Set und einer Bremsleitung. Das im Schützenstand befindliche MG 15 erhielt ein Messingrohr spendiert und wurde mit Kimme und Kreiskorn aus dem Eduardsatz aufgewertet.

www.scale-world.de

Die Vergasereinlaßöffnung für den Backbordmotor liegt an der vorderen Flügelkante. Die von Fujimi dafür vorgesehene Aussparung wurde leicht erweitert und mit einem Ätzteilgitter von Eduard versehen. Neu angefertigt wurde die Aussparung für den Scheinwerfer. Die Bohrung wurde gesenkt und zunächst mit einem runden Stück Metallfolie ausgekleidet.

www.scale-world.de

Das Modell wurde soweit zusammengebaut und mit Tamiya Surface Primer weiß grundiert. Diese weiße Grundierung fördert wunderbar alle Unsauberkeiten zu Tage, egalisiert eventuell vorhandene Farbunterschiede in der Modelloberfläche und bildet eine wunderbar glatte und gleichmäßige Grundlage für weitere Farbschichten. Die gröbsten Patzer habe ich korrigiert, gerade im Bereich der Motorverkleidungen bestand noch Handlungsbedarf. Anschließend brachte ich ein Preshading mit Gunze Rub (Reifenschwarz) auf, indem alle Panellines, sichtbare Nietenreihen sowie Deckel und Klappen mit eben diesem Farbton versehen wurden. Es folgte ein gleichmäßiger und mehrfach, in dünnen Schichten, ausgeführter Farbauftrag von RLM 65 (Gunze H67). Das Foto zeigt den aktuellen Zwischenstand, da hier noch ein paar Schritte folgen. Das Durchschimmern der zuvor aufgebrachten dunklen Farbe ist recht gut zu erkennen, der Effekt wird aber noch weiter bearbeitet. Übrigens, mir fällt gerade auf, daß ich vor genau 2 Jahren mit dem Bau angefangen habe.... :D

www.scale-world.de

Die 2farbige Oberseite wurde lackiert. Dabei zunächst das RLM 02 als hellster Ton. Entgegen meiner bisherigen Vorgehensweise aber nicht vollflächig sondern nur dort, wo es von Tarnmuster her vorgesehen ist. Danach dann das RLM 71. Diese Vorgehensweise sorgt dafür, daß das Preshading beim dunkleren der beiden Farbtöne (bzw. dem zuletzt gespritzten) noch dieselbe Intensität hat, wie bei der zuerst gesprühten Farbe. Theoretisch wohlgemerkt, denn die Intensität des Farbauftrags muss bei beiden Farben natürlich auch möglichst identisch sein. Wobei der hellere Ton doch einen etwas internsiveren Farbauftrag benötigt. Da genau das richtige Maß zu finden ist sicher auch Übungssache. Momentan wirkt das Ganze, im Vergleich zu meinen bisher lackierten Modellen doch arg "scheckig". Ich denke aber das gehört zum angestrebten Effekt, lasse es also erst einmal bei sich bewenden.

"Mottling" ist immer ein Thema für sich. Ich denke irgendetwas findet man immer, wenn man sich die Zwischenergebnisse anschaut. Hier wurde auch wieder zuerst RLM 02 und dann das RLM 71 verarbeitet, ein wenig ausgebessert, in RLM 65, der Grundfarbe, gegenlackiert und zum Abschluß das Ganze hauchdünn im Grundton übernebelt.

www.scale-world.de

Vor Konzentration auf das "Mottling" habe ich den genauen Verlauf der Tarnung am Rumpfrücken tatsächlich übersehen. Halb so schlimm, denn leicht zu korrigieren. Die Farbgrenzen wurden auf eine gedachte Linie etwas oberhalb der halben Rumpfhöhe gelegt, nach unten natürlich ungleichmäßig auslaufend. Das Mottling wurde anschließend noch einmal angepasst. Damit wurde es Zeit die vorher Gelb lackierten Bereiche (schmales Rumpfband und Flugzeugbug) zu demaskieren. Soweit so gut.

www.scale-world.de

Um die Oberfläche nach dem Auftrag der Grundlackierung für das Aufbringen der Decals vorzubereiten erfolgte ein Überzug des gesamten Modells mit Future. Die verwendeten Markierungen entstammen einem "EagleCals" Bogen. Aufgrund des Alters des Bausatzes waren die Original Decals doch recht vergilbt und wahrscheinlich unbrauchbar. Das Risiko wollte ich nicht eingehen und der EagleCals Bogen gestattet ja auch die Darstellung einer meiner favorisierten Markierungen. Dieses Mal beschnitt ich alle Decals randscharf, die Schriftzüge der Stencils wurden so knapp wie möglich beschnitten. Eine Ausnahme war die Kennung "3U" und "FP". Um hier den Abstand und die Ausrichtung beizubehalten wurden diese Decals unbearbeitet aus dem Bogen übernommen. Dadurch zog sich das "Decalisieren" über 2 Tage hin.

www.scale-world.de

Die Bugsektion und das Rumpfband wurden ja vorab in RLM 04 lackiert. Dazu verwendete ich LifeColor Farbe mit der Evolution 2in1 auf den vorher weiß grundierten Rumpf aufgebracht. Das "F" aus dem Decalbogen besaß nun einen gänzlich anderen Farbton als das Rumpfband. Nun folgte eine kleine Odyssee mit Decalpapieren (transparent und weiß). Schlussendlich habe ich aus Maskierfilm eine Schablone des "F" (zum Glück war das ein relativ leicht auszuschneidender Buchstabe) erstellt und zunächst in Weiß und dann im LifeColor Gelb lackiert. Somit ist der Farbton jetzt identisch auch wenn das auf den Fotos aufgrund des unterschiedlichen Glanzgrades anders wirken mag. Dann noch ein paar "Lackmacken" kaschiert, hier und da etwas gegenlackiert und somit ist das Ganze soweit für einen erneuten Future-Überzug.

www.scale-world.de

Der Landescheinwerfer erhielt eine "Verglasung" aus 2-Komponentenkleber. Dazu wurde die Öffnung solange mit dem Kleber befüllt bis dieser einen leichten Überstand hatte. Der Überstand wurde nach dem Aushärten beschliffen und poliert. Das funktioniert übrigens prima. Das Gitter für den Lufteinlass gehört natürlich noch bearbeitet.

www.scale-world.de

Das Modell erhielt ein Ölfarbwashing aus Schmincke natural burnt umber, payne`s grey und raw umber light im Verhältnis von ca. 70/20/10. Die im Verhältnis 15/85 mit Schmicke Terpin versetzte Mischung wurde in die Gravuren eingebracht und der Überschuss nach einer Antrockenphase von Ca. einer Stunde mit Wattestäbchen entfernt. Die Läufe der Bugwaffen wurden zuvor aus Messingrohr angefertigt und in die dazugehörigen Öffnungen eingesetzt. Die Öffnungen wurde vorher per Airbrush mit dunkelbraunen Schmauchspuren versehen.

www.scale-world.de

Valid XHTML 1.0 Transitional Valid CSS!