Tamiya`s M42 Duster

im Maßstab 1/35 von Klaus Hoffmann

Tamiya´s M42 Duster in 1/35, von Klaus Hoffmann

Der M42-Duster ist ein echter Oldie von Tamiya. Die Form hat bestimmt schon über 30 Jahre auf dem Buckel, aber es ist nach wie vor das einzige Modell in 1/35 von diesem Baumuster. Eduard bietet einen sehr guten PE-Satz dazu an, der einen großen Teil der Bausatz-Schwächen ausgleicht

Da dieser Panzer von ein paar M16 abgesehen der erste echte Fla-Panzer der Bundeswehr war, bau ich natürlich diese Variante. Große Abweichungen zur US-Version gibt es nicht, primär wurde die Beleuchtungsanlage angepasst. Es gab auch bei der BW kleine Varianten, aber anhand des vorliegenden Tamiya-Kits hab ich mich für die frühe BW-Version mit abgeschrägten Kettenschutzblechen und ohne Seitenschürzchen entschieden.

Noch eine grundsätzliche Anmerkung: Der Basiskit ist wie erwähnt über 30 Jahre alt, und das merkt man ihm auch an. Die Passgenauigkeit war schon damals sehr gut, aber man muss im Gegensatz zu neueren Kits schon massiv zum Spachtel greifen. Die Grundmaße stimmen verblüffend genau, wie auch z.B. ein Vergleich mit dem aktuellen M41 von AFV zeigt. Aber in den Proportionen und im Detail gibt es schon Abweichungen, die ich aber nicht alle behebe, weil das einem Neubau der Oberwanne gleichkäme.

Dann legen wir mal los; die ersten Schritte sind mehr als Überblick dargestellt, weil ich erst während des Baus den Baubericht begonnen hatte. Also erstmal kurz im Telegramm-Stil:

Verschließen aller Öffnungen, die u.a. wegen des ursprünglich von Tamiya vorgesehenen Elektroantriebs vorhanden sind: Absäbeln der angegossenen Stoßdämpfer und Ersetzen durch neue aus Evergreen-Rundprofil (grün) und Andeuten der Kegelfedern (auf der Proxxon gedreht; rot):: Anbringen der hinteren Reflektoren am Getriebegehäuse; diese Teile sind dankbarerweise beim M41(G) von AFV doppelt dabei: Anfertigen der Rückleuchten; der Ring entsteht aus 4mm-Rohrprofil von Evergreen, das von innen stark ausgedünnt wurde; das Innenleben ist ein Stück Gießast, an dessen Ende die Leuchten mit Feile und Schleifpapier angedeutet wurden. Die Halteplatte ist einfach ein Stück dicke Alufolie; das Kabel entstand aus 0,2mm Kupferdraht. Der Bausatzauspuff daneben wurde ebenfalls ausgebohrt für eine dünnere Wandstärke: Das Leitkreuz ist ebenfalls aus dem M41(G) entnommen und wurde mit etwas Draht verfeinert; Die Montage sollte nach der Bemalung erfolgen, aber dabei stellte sich heraus, daß die frühen Versionen gar kein Leitkreuz hatte. Es wartet nun also in der Restekiste auf das nächste Modell...: Die Originalrückleuchten wurden bei der BW durch Tarnleuchten ersetzt; der Originalschutzring blieb. Auch hier entstand das Rohr und das Lämpchen innen aus Rundprofil; die Halterung hinten ist einfaches Rechteckprofil: Für die Frontblinker auf den Kettenblech wurde ein Stück transparenter Gießast viereckig gefeilt, poliert, der Glasbereich abgeklebt und der Rest silbern lackiert. Nach der endgültigen Lackierung sollte das halbwegs passen. Die Hauptscheinwerfer wurden ausgefräst und mit einem ausgestanzten Stück Verpackung verglast; der IR-Scheinwerfer wurde nur Glanzschwarz lackiert. Dann ein ausgestanztes Stück Tamiya-Tape drauf und fertig. Auf dem Foto sitzt der Schutzbügel etwas schief, wurde aber schon korrigiert: Auf den Scheinwerfern sitzt noch ein Tarnlichtchen, das aus ein paar Plastikstücken grob zurecht geformt und auf ein Rechteckstreifchen montiert: Die Frontluke erhielt einen Griff aus Draht:  Die Unterseite der Luftfilter wurden mit etwas Sheet verschlossen; die Reinigungsstangen aus Draht eingesetzt: Das Werkzeug am Heck würde ebenfalls durch eines aus Draht ersetzt:  Die Tankdeckel wurden mit etwas Draht und selbstgezwirbelten Kettchen verfeinert, weil ich die PE-Teile zu grob fand_ Da es in der Eduard-Anleitung nicht gut dargestellt ist: Der Schlauch endet hinten unter dem Luftfilter (hier roter Draht): Die Ersatzrohre sehen einfach Scheiße aus, waren aber dankbarerweise im Original meist in einer Schutzhülle verpackt; ein Stück Alufolie hilft hier weiter. Das Winkelprofil der Halterung ist ebenfalls ein Evergreen-Profilchen: Die vordere Halterung der Rohre entstand auch aus etwas Plastik und Messing:

Soweit zur Wanne.
Aus dem Zeug wird das Geschütz entstehen:

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Absäbeln der runden Antennensockel an der Frontpanzerung und Ersetzen durch die bei der Bundeswehr-Version vorhandenen eckigen, die aus aufeinander geklebten Sheetstückchen zurechtgefeilt wurden: Man sieht hier auch, daß schon einiges zu Spachteln ist. Außerdem wurden die ganzen Öffnungen an der oberen Kante der Panzerung verschlossen und verspachtelt; dort werden später die Bausatzteile durch PEs ersetzt. 
- Ergänzen der Hydraulik-Zylinder unten (Evergreen-Rundprofil, etwas Draht und Sheetstreifchen), die dem Bausatz komplett fehlen:
Einbau der Streben innen am Turmheck, die ebenfalls fehlen: Absägen der Bausatzrohre; man wird gleich sehen, warum: Kleiner Tipp: Der Zahnkranz sitzt entgegen der Bauanleitung NICHT mittig: Und zu guter Letzt: Wunderwunderschöne Messingrohre, die mir Burkhardt Masch gedreht hat: Und zu guter Letzt: Wunderwunderschöne Messingrohre, die mir Burkhardt Masch gedreht hat:  

Die Rohre sind hier nur provisorisch angebracht und werden noch mit den unteren Zylindern und den "Zinken" der Mündungsbremse ergänzt. Der Verschluss wurde oben mit etwas Plastik aufgebrezelt und außerdem wurden die Ladeöffnungen wirklich aufgebohrt/gesägt/gefeilt.

Weiter mit dem Turm-Innenleben: Zunächst wurden die Bausatzsitze mit Draht ein wenig aufgepeppt, außerdem wurde die völlig überdimensionierte Sitzfläche ein wenig zurechtgestutzt, sprich: seitlich gekürzt und wieder etwas in Form geschliffen:

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Dann mal ein Kapitel aus dem Buch: "Wie blöd kann man eigentlich sein???" Ich Depp hatte die Deckplatte vom Geschütz falschrum aufgeklebt... Klasse Arbeit, Klaus! Also das Ding mit Gewalt, Minisäge und Schraubendreher runter gerissen

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und wieder korrekt aufgeklebt. Die Bruchstellen wurden zwangsläufig etwas verspachtelt...

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Diese gebogenen Schienen am hinteren Ende des Geschützes bereiteten mir ein wenig Kopfzerbrechen:

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Ich hatte einfach zunächst mal keine Idee, wie die mit meinen Mitteln machbar wären. Aber wenn man lange genug nachdenkt...:
Zwei Sheetstücke wurden auf die passende Dicke geklebt und am Ende mit einer Rundung versehen, die von Radius her zu den von einem Modellbaukollegen als Fahrradständer bezeichneten Teilen passt:

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Dann wurde die Kante abgerundet (mit Skalpell und MicroMesh):

 

Das Teil wird dann im Minischraubstock fixiert und bekommt ein über einer Kerze erwärmtes Stück von einer Blisterverpackung übergestülpt:

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Mit dem Kreisschneider wird der Bogen abgetrennt

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und als Ergebnis hat man etwas, was dem Fahrradständer zumindest halbwegs nahe kommt.

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Die Fahrradständer wurden montiert; die Halterung entstand aus 0,15mm-Messingblechresten:

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Die Dinger sind einen Tick zu groß, aber das lass ich so. Die MG-Halterung am Turmheck besteht aus Gießast- und Ätzteilresten; die weißen Scheiben wurden mit der Lochzange aus Sheet ausgestanzt:

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So langsam wird der Turm vollständig.

Die vordere MG-Halterung ist nun auch soweit fertig; eine Kombination aus Plastikresten, etwas Messingblech für den Halteträger und den Eduard-Teilen vom Bausatz. Das MG selbst stammt aus dem Academy-MG-Set, das Rohr kommt von Aber.

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Außerdem finden so langsam auch die restlichen Teile ans Modell. So viel ist nicht mehr übrig, siehe das folgende Foto.

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Ich hab mir dann endlich mal diese kleinen Zurrösen vorgeknöpft, die Eduard so reichlich beigefügt hat...

Irgendwie ist mir das schon fast zu winzig, aber die Dinger gehören nun mal dran. Das Problem ist, die Teile erst mal in Form zu falten. Abhilfe schafft ein einfaches Stückchen Evergreen-Profil 0,5 x 1mm, das auf einen Sheet-Rest geklebt wird. Da legt man das PE-Teilchen mittig drauf:

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Dann mit der Skalpellspitze festhalten und mit der Flachpinzette erst von oben und dann von den Seiten vorsichtig beidrücken:

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Das Skalpell fehlt hier, weil ich eine Hand zum Knipsen brauchte... So hat man die Dinger echt ruckzuck gefaltet:

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Dann mit der spitzen Pinzette vorsichtig in einen Klecks Sekundenkleber tauchen und anpappen. Der Turm ist übersät von den Dingern; da sind jetzt etwa 40 Stück drauf:

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Ich hab eben gesehen, daß an der Wanne auch noch ein paar von diesen Dingern dran sind; die papp ich denn auch noch an.

Beim letzten Bild sieht man auch schön, daß ich das Antennensockelproblemchen einfach lösen konnte, indem ich die Dinger aus einem anderen Bausatz geräubert hab, wo ich sie nicht brauchte. Da kommen noch die Drahtstäbe rein.

Am Verschlußblock sind nun auch die Visiere dran:

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Nachdem ich noch weitere 30 von den Miniösendingers an der Wanne angeklebt hab, hab ich mir das Rohr vorgeknöpft. Dabei geht es um zwei Sachen, die noch anstehen: Die Mündungsbremse und die Rückholzylinder.

Erst mal zur markanten Mündungsbremse der Bofors.

Zuerst wurde ein Evergreen-Profil mit 0,5 x 1mm angelängt und die Rückseite durch Abschaben mit der Skalpellklinge V-förmig angeschrägt (hab ich leider nicht geknipst). Darauf wird im rechten Winkel ein dünnes 0,25mm-Profil aufgeklebt.

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Nach dem Trocknen wird das dünne Profil mit dem kleinen Seitenschneider in eine halbwegs vorbildähnliche Form gebracht; dazu reichen zwei einfache Schnitte. Gerade für diese Zwecke liebe ich die Zange. Die ist jeden Cent wert.

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Die Dinger wurden dann mit Sekundenkleber am Lauf angeklebt. Vorne das Bausatzteil...

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Es fehlt nun noch ein Drahtring an der Mündungsbremse, dafür sind die Rückholzylinder schon auf dem Bild zu sehen.

Die Mündungsbremsen wurden noch mit einem Drahtring vervollständigt (0,2mm Kupferlackdraht). Außerdem wurde der Rückholzylinder angebracht; die Halterung wurde aus 2,5mm dicken Sheetrestchen zurecht gefeilt, -gebohrt und -geschliffen.

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Ich denke mal, der Mehraufwand ist es wert, wenn man das Bausatzrohr so im direkten Vergleich sieht.

Ich werde den Verschluss getrennt lackieren, hab ihn aber nochmal zur Montage des vorderen Schutzschildes eingesetzt; so sieht das Ganze also nun aus:

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Auf den Fotos ist der Drahtring an der Mündungsbremse etwas verschoben, wurde aber inzwischen korrigiert.

Achja, die Antennen bestehen aus 0,3mm Federstahldraht.

So, damit ist der Bau soweit abgeschlossen. Dann werden wir dem ganzen Geraffel hier mal Farbe verpassen (die Ketten sind schon grundlackiert):

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Als erster Schritt wird das Modell gereinigt und schwarz grundiert. Reinigen tu ich immer, indem ich mit der Airbrush satt Isopropanol aufsprühe und das dann wieder trocken puste. Die "Grundierung" ist einfach XF-69 oder XF-1 oder beides, ich nehm da immer irgendwas schwarz/dunkelgraues, das ich grad zu greifen krieg.

Das darf jetzt mal trocknen, dann geht es weiter.

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Die Räder im Hintergrund sind einfach mit Tesa Krepp fixiert, das umgekehrt auf ein Stück Pappe geklebt wird. Ist billig und praktisch.

Nächster Schritt: Aufhellen der Grundfarbe mit Mattweiss, dazu noch ein Schuß Verdünner, und damit dann die Flächen aufhellen. Wenn der Effekt zu stark wird, kann man einfach etwas verdünnte Grundfarbe drübernebeln, bis es passt. Ich hoffe, man kann das auf den Fotos erkennen.

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Die Laufwerksteile sind soweit schon mal lackiert, ebenso der Kleinkram wie Feuerlöscher, MG und Tarnkreuz; die Decals sind ausgeschnitten:

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Obwohl ich Laufrollen meist einfach mit dem Pinsel bemale, greife ich auch gern mal auf Schablonen zurück. Sehr praktisch sind diese Ringmesspappdinger, die ihr im Quelle- Neckermann- oder sonstigem Katalog mit Schmuck findet:

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Die Lauf- und Stützrollen sind nun angeklebt; Führungs- und Treibrad kommen wegen der Metalloberfläche erst nach dem Glänzer/Mattlackauftrag fest dran. Aber so konnte ich auf jeden Fall schon mal die Kettenlänge kontrollieren. Und siehe da: Es fehlen etwa 1 1/2 Kettenglieder.

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Übrigens gibt es einen Tankograd-Band zu dem Flakpanzern der BW. Natürlich sind auch viele Fotos vom Duster drin.

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Das Heft kann ich uneingeschränkt empfehlen!!!

Aber weiter mit der Farbgebung. Nach einer Schicht Erdal Glänzer Fussbodenversiegelung als Glanzlackersatz wurden die Decals aufgebracht.

Um es gleich zu sagen: Die Nummern an sich sind fiktiv, könnten aber von der Anordnung her so passen. Ein wenig künstlerische Freiheit hab ich mir mit dem taktischen Zeichen an der Front genommen. Ich hab zwar ein Foto von einem Duster mit eben diesem Zeichen, aber auf der linken Seite. Andererseits sah man meist die Zeichen rechts, so daß ich das kurzerhand so umgesetzt hab. Wie gesagt: Könnte so vorgekommen sein.

Noch ein Wort zu den Decals: Y-Nummern und Kreuze sind die Original-Tamiyas, das taktische Zeichen stammt von einem Satz von TL-Decals. Die Turmnummern stammen von AFV-Club M41, denn die von Tamiya hatte ich mir versaut, weil ich gegen die eiserne Grundregel verstoßen hab, das Decal nach Aufbringen von MrMark Softer nicht mehr anzurühren... Also Decal mit noch mehr Softer wieder runter, und weil der den Lack angreift die Stelle wieder nachlackieren, wieder Glänzer drauf, und neue Decals drauf, was übrigens wegen der Ösen ein wenig knifflig war. Das Decal ist deshalb waagerecht geteilt.

Das hätten wir also auch:

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Etwas Feinretusche folgt noch, besonders im Bereich der Farben auf den Y-Zeichen. Die Kette ist inzwischen auch verlängert, aber das hab ich nicht extra geknipst.

Um den sehr harten Kontrast der Decals etwas abzuschwächen und zu harmonisieren, kann man diese einfach mit etwas sehr hoch verdünnter Grundfarbe übernebeln, bis der gewünschte Grad erreicht ist.

Alternativ geht das auch wunderbar, indem man Grundfarbe und Erdal Glänzer (oder Future oder Klarlack...) im Verhältnis 1:10 mischt und drübersprüht. Vorteil der letzteren Methode: Die Decals sind auch gleich versiegelt bei dem Spaß. Darum hab ich es auch hier so gemacht.

Zudem habe ich zum weiteren Auflockern der Grundfarbe wahllos ein paar Farbfilter aufgesprüht. Das heißt konkret: Ich mische irgendwelche knallbunten Farben

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im Verhältnis 1:15 mit Verdünnung und sprühe damit Flecken und Schlieren auf. Das ist direkt kaum sichtbar, gibt dem Grundlack aber schon mal etwas mehr Lebendigkeit.

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Ich weiß nicht genau, ob man auf den Fotos was erkennen kann, aber in Natura nimmt man den Effekt schon wahr.

Nun zum Washing mit Ölfarben

Ich nehme dazu eine Mischung aus Umbra Natur, Umbra gebrannt und etwas beige, denn reines Schwarz erscheint mir meist zu hart im Kontrast. Die Farben werden mit Terpentin Balsam aus dem Künstlerbedarf verdünnt. Ich bin von Feuerzeugbenzin zu dem Zeug umgestiegen, weil es langsamer trocknet und der Effekt damit wesentlich besser zu kontrollieren ist.

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Die sehr dünne Mischung trage ich mit dem Pinsel Stück für Stück auf und wische nach kurzem Antrocknen wieder mit einen Tuch oder Wattestäbchen ab. Das Aufbringen hab ich mal geknipst, das Abwischen leider nicht:

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Ich mag hier wie auch beim späteren Trockenmalen nicht, daß man das direkt sieht. Man sollte den Effekt wahrnehmen, aber nicht das Washing an sich. Hat auch so einigermaßen geklappt.

- Weiteres mit Ölfarben

Um noch ein wenig mehr Leben reinzubringen, wurde dann die übliche Technik angewandt, die unter allen möglichen Namen rumgeistert. Wie dem auch sei, gemeint ist das Aufbringen winziger Ölfarbenkleckse, die dann mit einem leicht mit Terpentinbalsam angefeuchteten Pinsel immer von oben nach unten verwischt werden, bis sich ein leichter Schlieren-Effekt einstellt. Die Farben geb ich dazu auf alte Visitenkärtchen, ist ganz praktisch. Aufgebracht hab ich die Farbpünktchen mit einer kleinen Kanülenspitze.

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Das Verwischen selbst hab ich wiederum nicht geknipst; der Effekt wurde auch seeehr dezent eingesetzt, da diese Fahrzeuge meist in sehr gutem Zustand waren. Hier aber mal als Beispiel ein Modell, wo ich das auch zum Testen stärker angewandt hatte, damit ihr seht, was ich meine:

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Es folgt ein leichtes Trockenmalen mit Ölfarben; ich verwende hier eine Mischung aus Grüne Erde und Titanweiss.

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Dann nehme ich einen Flachpinsel, stupfe ihn in die Farbe und wische dann auf einem Tuch wieder so lange die Farbe ab, bis man nichts mehr davon sieht. Dann geh ich damit vorsichtig über alle Kanten (im rechten Winkel). Sollte es mal zu stark werden, kann man die Farbe einfach wieder abwischen, weil die Ölfarben sehr langsam trocknen. Ich hoffe, man kann auf dem Foto was erkennen:

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- Nächster Schritt ist die finale Lackschicht. Ich wollte das Modell nicht zu stumpf matt lackieren, denn die damaligen Farben waren nicht so extrem matt wie die modernen. Andererseits sollte es etwas matter sein, als meine übliche Mischung aus Erdal Glänzer und Tamiya Flat base zuläßt, denn die würde dann zu sehr zum berüchtigten Rauhreif (weisser Belag durch das Mattiermittel) neigen.

Naheliegend war daher, das vorhandene zu mischen, sprich: Revell Aqua Matt- und Glanz-Klarlack.

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Mit dem Mattlack hab ich schon gute Erfahrungen gemacht, und eine Mischung von 2:3 (Glanzlack:Mattlack), verdünnt mit etwa 25% Wasser, brachte einen schönen seidenmatten Ton, der zumindest mir recht gut gefiel:

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So, nun geht es an die Details, die Ketten werden fertiggestellt und noch etwas eingestaubt.

Die Teile sind nun bis auf die Kette montiert, konkret wurden das MG, der Feuerlöscher und vor allen das Geschütz fertig montiert.

- Die Sitze wurde mit XF-49 Khaki ein wenig trockengemalt; auf dem Foto etwas schlecht zu erkennen:

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- Der Feuerlöscher wurde rot lackiert, in der Annahme, daß die amerikanischen drin blieben.

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Das Schildchen stammt von diesem Archer-Set, sehr empfehlenswert für diese Zwecke!

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Die Scheinwerfer und Blinker wurden "demaskiert"; ich find die ganz ok so:

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Die Reserverohre wurden ebenfalls vom Tamiya-Tape befreit; deren Schutzhüllen sind auch mit Khaki trockengemalt, um sie vom Grundlack ein wenig abzusetzen:

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Die topen Stellen am Rohrrücklauf sind mit einem superweichen Bleistift (8B) aufgemalt; ich mag diesen schönen Metallschimmer des Graphits:

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Die Rücklichter und Rückstrahler wurden erst mal mit einem Metallton lackiert (Revell Aqua 91, weil es grad rumstand):

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Die wurden dann mit Tamyia-Transparent-Rot X-27 und -Orange X-26 lackiert:

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Der Auspuff wurde mit dunkelbraun XF-10 grundiert und in die noch leicht feuchte Farbe irgendwelche braun/rötlichen Pigmente draufgetupft; ich mach das immer frei Schnauze, daher kann ich nicht genau sagen, welche Pigmente ich genau nehme. Das Innere wurde jedenfalls mit schwarzen Pigmenten gefärbt. Ich würde mal sagen, das Aufbohren macht nun auch was aus von der Optik her.

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Hier sieht man auch das selbstgebaute Rücklicht etwas besser; ich find es schön so. Damit ist der Panzer selbst bis auf eine leichte Staubschicht fertig. Also ran an die Ketten.

Die haben erst ein leichtes Washing mit einer Mischung aus staubfarbenem Pigment, beiger Ölfarbe und viel Terpentin Balsam bekommen. Das war nach dem Trocknen erstmal etwas zu heftig für meinen Geschmack, ließ sich aber mit einer alten Zahnbürste wieder auf ein passendes Maß runterbürsten.

Die Laufrollen hinterlassen eine recht gut polierte Spur auf den Ketten und an den Führungszähnen. Dazu wird die Kette mit Tamiya-Tape abgeklebt und die Spuren mit Revell 91 Eisen mit einem relativ trockenen Pinsel aufgebürstet (sowohl auf den Kettengliedern als auch an den Führungszähnen):

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Mit und ohne das Ganze:

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Die Ketten waren denn doch ein Kettenglied zu lang, aber weg geht leichter als dran, vor allem bei Friuls:

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Ich hab denn doch noch einen Hauch Flugrost mit Pigmenten aufgebracht; die untere Kante schon mit, die obere noch ohne:

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Am Panzer kam ein wenig Staub hinzu, vor allem im Fahrwerksbereich, sehr wenig an der Oberwanne:

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Die Flächen der Laufrollen wurden mit einem feuchten Wattestäbchen wieder saubergewischt.

Und noch ein klein bißchen Schmutz im Turm:

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Hier sieht man die verwendeten Pigmentfarben (von Kremer); oben Rost, unten rechts schwarz für Auspuffrohr und Kettenpolster, beim Pinsel die Staubfarbe. Mit dem Flachpinsel wurde das Ganze übrigens auch aufgebracht:

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Zum Schluß werden die Ketten aufgezogen, was mit den Friuls ein echtes Vergnügen ist, wenn wie hier das Treibrad beweglich ist:

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Damit erkläre ich den Bau für beendet.

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