Tamiya`s P51D ("Umbau" zur D-5 "Frenesi")

im Maßstab 1/72 von Jan-Ulf Krethlow

Peter Ohlenmachers wunderschön umgesetzte P-51 D hat es mir dermaßen angetan, das ich nicht anders konnte. Ein Traum, dieses Modell. Eine P-51 musste her. Was der Tamiya-Bausatz da als Grundlage bietet, erleichtert die Entscheidung. Dabei kann ich nur die Ausführung der Oberflächendetails und die Passgenauigkeit beurteilen. Und die ist sprichwörtlich.

Wie fast immer, beginnt auch hier der Bau mit dem Cockpitbereich. Ansehnlich was Tamiya hier bietet. Wie auf den ersten beiden Fotos gut zu sehen, besitzen die Cockpitseitenwände schon recht ordentlich ausgeführte Strukturen in Form angegossener Schalter und Bedienelemente. Daher kann man sich hier eine weitere Detaillierung sparen, obwohl man auch hier natürlich sicher noch mehr rausholen kann. 

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Eine wirkliche Premiere für mich ist der erstmalige Einsatz einer anderen als auf Acryl basierenden Farbe mit der Spritzpistole zu verarbeiten. War aber wie zu erwarten "kein dolles Ding", roch wesentlich weniger drastisch als erwartet und ergab eine gewohnt glatte Oberfläche. Die grüne Basisfarbe entstammt der "Interior Color"-Reihe von Gunze, welche drei verschiedenfarbige MrColor Farben enthält. Die Aufgabe des Verdünners übernahm hier die Gunze MrColor Verdünnung, ein normalerweise recht streng riechendes Gebräu (Laquer Thinner!?). 

Der darauf folgende Farbauftrag, das Schwarz der Seitenkonsolen, erfolgte mit gepinselten Acrylfarben, in diesem Fall Vallejo ModelColor. Dadurch das die Basisfarbe eine anderes Lösemittel hat, beeinflussten geringfügige Korrekturen an dem schwarzen Acrylfarbanstrich mittels in Brennspiritus getauchter Zahnstocher, den Basisanstrich aus Interior Green nicht.

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Das Instrumentenbrett ist strukturiert, die einzelnen Instrumente zeichnen sich ab. Die Instrumentierung selbst ist im oberen Brettbereich durch das Aufbringen des beiliegenden Decals erfolgt. Reichlich mit Weichmacher bestrichen, schmiegt sich das Decal eng an den Untergrund. Dabei musste allerdings zwischenzeitlich immer mal wieder ein wenig Weichmacher (ich arbeite bisher ausschließlich mit Microscale-Produkten) nachgelegt werden.

Der Pilotensitz erhielt ein paar geätzte Gurte, welche entsprechend gefaltet und angepinselt wurden. Im Bereich hinter dem Pilotensitz wurden ein paar Stücke gezogener Gießast eingefärbt und verklebt. Dabei erwies sich der gleichmäßige Anstrich eines hauchdünnen Plastikfadens als unerwartet umständlich. Immer wieder "perlte" die hierfür verwendetet Acrylfarbe großflächig ab, auf zuvor verwendetem Kupferlackdraht hielt überhaupt nichts. Schließlich bemalte ich einen ca. 50 cm langen gezogenen Plastikast und verwendete die Bereiche an denen die Farbe einwandfrei und gleichmäßig haftete. Keine Ahnung, wo hier das Problem lag. Der Rest ist "Out of Box"  und gibt auch schon einiges her.

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Auf den beiden folgenden Bildern kann man eines recht deutlich erkennen. Ein über die vorhandenen Strukturen hinaus gehende Detaillierung ist nicht unbedingt erforderlich. Schließlich ist der später einsehbare Cockpitbereich äußerst begrenzt und zum schauen hat man mit den bausatzeigenen schon reichlich.

Die weitere Bemalung erfolgte mit Acryl- bzw. Enamelfarben, je nachdem welcher Farbton gerade auf welcher Lösemittelbasis zur Verfügung stand. Bevorzugen tue ich für eine Pinselbemalung eigentlich die ModelColor Farben von Vallejo. Die lassen sich einwandfrei Pinseln, sind aus den Kunststoffflaschen wunderbar zu entnehmen und der Pinsel ist anschließend ohne streng riechende Lösemittel zu säubern. Ich hatte mir in meiner Anfangsphase mal einen Vorrat zugelegt, den ich bisher sonst nicht weiter benötigte. Der Nachteil, die doch recht umständliche Beschaffung dieser Farbe, war also in diesem Fall keiner.

Vor dem abschließend ausgeführtem washing mit verdünnter mittelbrauner Ölfarbe, erfolgte vorsichtshalber noch einmal eine Schicht klarer, hochglänzender Acryllack (Future). Um den speckigen Glanz nach dem washing wieder zu entfernen, erhielten die Seitenwände und die Wanne einen abschließenden Überzug mit Vallejo ModelAir Mattlack.

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Eine Passprobe zeigte keinerlei aufkommende Probleme, so dass die "Inneneinrichtung", wie hier gezeigt, in den Rumpf eingeklebt werden kann. Bevor das Cockpit nun für immer im Rumpf verschwindet, hier nochmal ein Blick darauf.

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Wie gesagt, bei der von mir auserwählten Markierungsvariante handelt es sich um eine D-5, eine frühe D also. Bei Tamiyas P-51 handelt es sich um eine späte D (D-10). Der signifikanteste Unterschied besteht für mich in der der D-5 fehlenden Finne auf dem Rumpfrücken.

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Dies gehrt natürlich angepasst, was ein wenig Schleif- und Spachtelarbeit erfordert. Ansonsten mögen die Gravuren an der ein oder anderen Stelle auch angepasst werden müssen. Soweit möchte ich aber hier nicht gehen, überhaupt hielt sich die Recherche in Grenzen.

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  Irgendwie insgesamt nicht optimal vorbereitet, eigentlich für meine Verhältnisse sogar recht spontan, begann ich dieses Mal mit dem Bau. Was so einige Engpässe verursachte. Erstens  hatte ich bei Baubeginn nicht alle benötigten Farben parat, während der Bauphase zeigte sich, dass Tamiyas Lösung zur Darstellung der Schiebehaube auch nicht die eleganteste ist.

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Es musste also nachgeordert werden. Bei den Farben weniger problematisch, was die Haube angeht schon eher. Erste Wahl dürften hier die Falcon Vacu-Hauben sein, nur fand ich auf die Schnelle keinen Händler, der die benötigte Haube auch auf Lager hatte. Anders bei einer Haube von Pavla. Da liegen sogar noch ein paar Resinteile für den Cockpitbereich bei. Flugs bestellt und dann ernüchternd festgestellt, dass Pavla dem Standard anderer Hersteller hinterherhinkt. Die Haubenteile sind griesig, den Resinteilen geht die gewünschte "Schärfe" vollkommen ab. In etwa so als betrachte man Aires-Teile durch eine Pavla Haube.

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Die Lackierung der Invasionsstreifen warf wieder einmal Fragen auf. Der Superscale-Decalbogen schweigt sich bezüglich der Ausführung (Breite und Anzahl) der Invasionsstreifen im Unterflügelbereich aus. Ein Baubericht zur Frenesi in einem Osprey-Modeling Heft zeigt auf den Tragflächenunterseiten jeweils fünf Streifen. Die Breite der Streifen für die Flügelbereiche übernahm ich von der der Rumpfdecals. Dabei klebte ich jeweils 5 Streifen identischer Breite nebeneinander und demaskierte dann den zu lackierenden Anteil. Dem Weiß wurde ein Tropfen Tamiya-Buff zugefügt, beim Schwarz handelt es sich um Gunze-Reifenfarbe. Die Rumpfstreifen liegen dem SuperScale-Bogen übrigens bei, wurden aber dennoch auflackiert. Zum Einen misstraue ich der Passform, desweiteren ist es so natürlich um einiges einfacher den Invasionsstreifen einen identischen Farbton zu verpassen.

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Die Oberseite erhielt ihre Farbgebung in Gunze Dark Green (H73). Mit Ausnahme des Cockpitbereiches wurden zunächst alle Maskierungen entfernt. Soweit ganz ordentlich, Farbränder sind nirgends zu erkennen.

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Einzig die Farbkante im oberen Bereich der seitlichen Invasionsstreifen gehört noch marginal überarbeitet. Hier ist der obere Abschluss der schwarz/weißen Streifen derzeit noch leicht "ausgefranst".                     Auf das sonst bei mir obligatorische "washing" durch Einfärben der Gravuren mit dunklerer Ölfarbe, werde ich in diesem Fall wohl verzichten. Die Vorschattierung erzielt in meinen Augen bereits eine ausreichend starke Betonung der Gravuren.

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Und das sowohl auf der Modell-Unter- als auch auf der Modell-Oberseite.

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Etwas Lebendigkeit bringen nun die Decals in die ansonsten recht triste und lediglich durch die Invasionsstreifen "aufgelockerte" Modelloberfläche. Zur Verfügung stand hier ein Decalbogen von Superscale (72-907). Die Decals lassen sich sehr gut verarbeiten, vorausgesetzt man bedient sich einer Menge Weichmacher. Dies übernahm in diesem Fall ein wiederholter Auftrag von Microscale´s Sol-Solution. Schlussendlich schmiegen sich die Decals aber an die Modelloberfläche.

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Etwas tricki  ist das gelb/rot karierte Band im Frontbereich. Hier sollte man sehr behutsam vorgehen und sich darüber im klaren sein, das das vorliegende Decal an der Unterseite in jeden Fall überlappend angebracht werden muss. Dies stellt eigentlich kein wirkliches Problem dar. Mann sollte es eben nur wissen, bzw. früh genug erkennen um einfach nicht zu versuchen etwas zu korrigieren, was so nicht korrigiert werden muss. Kurz und gut. Ich musste das zum Glück noch beiliegende zweite Exemplar verarbeiten. Und auch da muss nachträglich mit Farbe retuschiert werden. Dazu später eventuell mehr.

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Die Backbordseite trägt den Frenesi Schriftzug und auch die Abschussmarkierungen . Dieses bestehen aus nicht weniger als drei übereinander liegenden Decals. Bin schon gespannt wie sich dieser Umstand nachher auf die Modelloberfläche auswirkt.  

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Mittlerweile sind einige Nacharbeiten an den Decals erledigt worden. An einigen Stellen hatten sich kleinste Blasen gebildet. Diese wurden mit einer Spritzenkanüle aufgestochen und das Decal danach erneut mit Microset bearbeitet. Eine "Besonderheit" der Frenesi ist, das der Datenblock auf der Backbordseite auf eine Naturmetallfläche aufgebracht ist. Dieser Bereich wurde mit Modellmaster Metalizer dargestellt, anschließend mit Klarlack geschützt und wartet noch auf das Decal.

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Fahrwerk und Klappen wurden montiert. Das gelb/rote Schachbrettmuster wurde farblich ausgebessert. Beim hantieren mit dem überlappenden Decal verloren einige der roten Rechtecke ein wenig Farbe. Gunze H3 entspricht hier ziemlich exakt dem notwendigen Rotton. Ich jedenfalls kann nicht mehr erkennen, wo hier nachgearbeitet wurde.

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Der ebenfalls mit Metalizer behandelte Landescheinwerfer erhielt durch auftragen eines Tropfens Future eine "Linse". Dadurch erhält das so nachgebildete Glas einen nahezu perfekten Glanzgrad. Mit der Wirkung des Preshadings bin ich soweit zufrieden. In Verbindung mit den von Tamiya wirklich hervorragend ausgeführten Gravuren, erfüllt dieses seinen Zweck. Und zwar in meinen Augen so gut, dass man sich ein Ölfarbwashing an der vorschattierten Bereichen wohl schenken kann. Fahrwerk und Fahrwerksschacht sind davon natürlich ausgenommen.

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