Tamiya`s Tiger I, Umbau zur Befehlsversion, 1/35, Teil 3, Zimmerit und Wanne

Bericht von Jan-Ulf Krethlow

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Lange habe ich im Internet und auch in der mir vorliegenden Literatur nach Möglichkeiten zur Zimmeritdarstellung Ausschau gehalten. In der Literatur zum Vorbild konnte man erkennen, welche Flächen des Originals mit Zimmerit beschichtet wurden. In der Tamiya-Bauanleitung sind diese Flächen auch markiert, jedoch habe ich beim 009er den Bereich der Vorderwanne, also vor dem Fahrersehschlitz und der MG-Blende, nicht mit Zimmerit beschichtet. Ein weiteres Quellenstudium zeigte, das die meisten Tiger in diesem Bereich keine Zimmeritbeschichtung aufwiesen, der 009er auch nicht..

Nun, Möglichkeiten zur Zimmeritdarstellung gibt es viele. Die vorgefertigten Teile in Form von Resin- oder Ätzteilplatten gefielen mir aus mehreren Gründen nicht so richtig. Sie sind zu gleichmäßig ausgeführt (mag ja noch realistisch sein) und diesen Flächen Beschädigungen anzuarbeiten dürfte zumindest bei den Ätzteilen eine Menge zusätzlicher Probleme bereiten. Und obwohl in meiner Schublade seit langer Zeit das vielgepriesene ATAK-Zimmerit für genau den verwendeten Tamiya-Bausatz liegt, lies ich es dort liegen.

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Dann gibt es noch die Möglichkeit des Einbrennens mit einem Pyrogravierer oder eines entsprechend umgebauten Minilötkolbens. Dabei schied die Variante des direkten Einbrennens in die Modelloberfläche für mich sofort aus. Eine weitere Möglichkeit wäre das zurechtschneiden dünner (0,3 oder 0,25mm starker) Sheetplatten gewesen, welche mit dem Heißgravurgerät mit Struktur versehen, dann zurechtgeschnitten und mit CA auf die Modelloberfläche aufgebracht werden. Schon interessanter, aber letztlich war mir das zu viel Gefummel.

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Einkomponentenspachtel, wie ihn Angus Creighton bei dem wundervollen Vorbildmodell verwendet hat (Humbrol), konnte von mir nicht adäquat verarbeitet werden. Ich habe es probiert, arbeitete aber bei weitem nicht gründlich genug um die Strukturen innerhalb der doch relativ kurzen Verarbeitungszeit halbwegs ordentlich aufzubringen. Milliput wäre eine Möglichkeit gewesen. Mit dem Gedanken konnte ich mich aber auch nicht so recht anfreunden. Weiß der Geier warum, letztlich verwendete ich dann doch ein Material, welches doch sehr ähnlich zu verarbeiten war.

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Zweikomponentenspachtel war letztlich mein Favorit. Tamiya-Zweikomponenten-Epoxy ist ein wohl sehr verbreitetes Material dafür. Ich verwendete letztlich einen anderen Zweikomponenten-Spachtel, Zimm-IT-Rite (im folgenden Kontext als "ZIR" bezeichnet) von R & J Enterprises. Dieses dürfte dem bekannten Magic Sculp sehr ähnlich sein, zumindest wird es ähnlich verarbeitet (1:1 gemischt) hat eine ähnlich lange Aushärtezeit und wird in ähnlicher Verpackung (2 getrennte Döschen mit Härter und Grundmischung) geliefert.

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Der dem Vorbild entsprechend umgestaltete Heckbereich erhielt Werkzeughalterungen aus dem Aber-Set, C-Haken, Antennenaufbewahrungsbehälter und Anlasserdeckel aus dem Dragon-Bausatz. Hier ist auch schon die nachgebaute Auspuffverkleidung zu erkennen. Ein Stück Bleifolie wurde am wesentlich steiferen Aber-Ätzteil ausgerichtet und in Form geschnitten, oben und unten geprägt und in einem Hold and Fold Set gebogen. Um die charakteristische Rundung zu erzielen wurde ein Alurohr über die Folie gerollt. Die zur Befestigung der Auspuffverkleidung erforderlichen Bolzen nebst Muttern wurden ergänzt.

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Nachdem die Original Plastik-Fender herausgetrennt wurden, muss die Rundung in der sich nun ergebenen Innenecke (Pfeil) ergänzt werden. Dazu wurde ein kleines rechteckiges Sheetstück eingeklebt und mittels Rundfeile grob in Form geschliffen. Dann mit Schleifpapier steigender Körnung feingeschliffen. Ein aus Metall gegossener Bosch-Frontscheinwerfer wurde auf einem aus einen Blechstück gebogenen Halter montiert und mit einen Stück Kupferlackdraht "verkabelt". Ein gedrehter MG-Lauf aus dem Zubehörhandel (Schatten) wurde im Austausch zu dem doch erheblich weniger detailliertem Bausatzteil montiert.

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Ein Bild welches den Umfang der geänderten Werkzeuge und deren Halterungen wiedergibt. Wenn man schon einmal dabei ist......

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Da die Seitenschürzen nicht komplett ausgeführt werden, habe ich zunächst die Bolzen verklebt. Hier macht sich der doch recht dünn ausgeführte Zimmeritauftrag bezahlt. Die Bolzen sind von Modelkasten und wurden mit CA. auf dem bereits aufgebrachten Zimmerit befestigt. .

Da so ein Teil recht klein ist und während der folgenden Bauabschnitte schnell mal unbemerkt verloren geht, habe ich oben und unten jeweils noch einmal dünnflüssigen CA angegeben.

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