Tamiya`s Tiger I, Umbau zur Befehlsversion, 1/35, Teil 4, die Farbgebung

Bericht von Jan-Ulf Krethlow

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Nachdem das Modell mit Ausnahme der abschließend zu montierenden Anbauteile soweit vormontiert war, folgte nun die Farbgebung.  

Dabei erhielt das gesamte Modell zunächst einen durchgehend schwarzen Überzug. Ziel war hier nicht in erster Linie eine Schattierung, dazu wäre das auch nicht die richtige Vorgehensweise schließlich wurde das Modell komplett schwarz eingefärbt, sondern vielmehr eine Art Grundierung. Dabei brachte ich diese Farbschicht deckend auf.

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Neben dem Zweck der Grundierung und der abschließenden Kontrolle auf etwaige Unsauberkeiten, diente diese schwarze Farbschicht dazu die wirklich tief liegenden Modellbereiche, wie z.B. die Lüftungsgitter im Motorbereich, mit einem schwarzen Farbüberzug versehen. Dies sollte an diesen Stellen später durchaus einen Eindruck von "Tiefe" vermitteln. Nebeneffekt war, dass nun alle später sichtbaren Öffnungen vorgeschwärzt wurden. 

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Auch die Tatsache, dass am unlackierten Modell verschiedene Materialien mit unterschiedlich hellen Farben verbaut wurden, musste berücksichtigt werden. Folglich ein kompletter Farbüberzug in einer einheitlichen Farbe mit dem Nebeneffekt des Abdunkelns. Insofern also doch eine Art Vorschattierung, allerdings wohl eher weniger im ursprünglichen Sinn.

Zum besseren Handling klebte ich in die Wanne eine Mutter ein. Durch das Eindrehen einer entsprechend langen Schraube konnte das Modell nun in allen möglichen und auch notwendigen Lagen gehalten werden ohne die Modelloberfläche berühren zu müssen.

Als Basis der eigentlichen Farbgebung folgte nun der Grundfarbauftrag in Dunkelgelb.

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Nachdem in einigen Bereichen, wie z.B. dem Zimmeritauftrag den Motorgrätings und ein paar anderen Kanten das Dunkelgelb etwas weniger deckend aufgetragen wurde, konnte man schon in diesem Stadium an den besagten Stellen durchaus einer Eindruck von "Tiefe" erahnen.

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Hier einmal ein Detailfoto der Kommandantenluke

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Dann folgten die weiteren Farben, welche durchweg frei Hand aufgetragen wurden. Die verwendeten, jeweils leicht abgetönten, Tamiyafarben ließen sich nach ein wenig experimentieren mit Verdünnungsverhältnis, Luftdruck und Sprühabstand tadellos verarbeiten und der Farbübergang entsprach recht schnell meinen Vorstellungen. Wo dies nicht auf anhieb der Fall war wurde kurzerhand mit der Grundfarbe Dunkelgelb nachgearbeitet.

Was mich allerdings beim Betrachten des vorläufigen Endergebnisses von Anfang an störte, war die Homogenität des Tarnmusters. Irgendwie wirkte das fast klinisch, was an anderer Stelle durchaus Sinn machen möge, hier, zumindest in meinen Augen, aber gänzlich fehl am Platze war.

Heute würde ich die jeweiligen Farbbereiche noch mit hochverdünnter und abgedunkelter bzw. aufgehellter Grundfarbe nachbearbeiten. Bei diesem Modell versuchte ich diesen gleichmäßigen Eindruck mit anderen Mitteln zu kaschieren (dazu später mehr). 

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An den Stellen an denen sich das abgefallene Zimmerit befand, wurde eine Rostrote Farbschicht aufgetragen. Dazu pinselte ich die Bereiche mit Vallejo ModelColor, einer Farbe die auch von einem "Nicht-Pinseler" wie ich es bin wirklich extrem gut mit dem Pinsel zu verarbeiten ist. Dazu kommt die hohe Deckkraft, was dazu Beitrug das dieser Farbauftrag fast gänzlich in einem Arbeitsschritt durchgeführt werden konnte. Mehrere lasierende Schichten waren hier nicht vonnöten. Trotzdem waren keinerlei Pinselspuren zu entdecken. Kurzum....-> Zum Pinseln eine wirklich großartige Farbe. 

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Die unbehandelte Zimmeritschicht selbst hatte ursprünglich eine elfenbeinartige Farbe. Daher wurden die Kanten, an denen durch das Abplatzen die Zimmeritschicht sichtbar wurde, in diesem Elfenbein gepinselt. Allerdings ist dieser Elfenbeinton meines Erachtens deutlich zu hell. Kommt auf dem Modell, eventuell auch aufgrund des Kontrasts zu den benachbarten Farben, fast wie Weiß rüber.

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Mit zunächst hochverdünntem Tamiya-Buff, später sogar mit reinem Weiß, ebenfalls hochverdünnt versteht sich, wurde versucht den Kontrast der Grundfarbgebung zu brechen. In Maßen ist das sogar gelungen, allerdings wohl doch nicht das Mittel der Wahl. Ein schattieren mit aufgehellten/abgedunkelten Grundfarben wäre aus heutiger Sicht wohl wesentlich effektiver gewesen.

Zum Abschluss wurde das Modell mit einer Schicht unverdünntem Future überzogen. Das sorgt für eine glatte Oberfläche und vermindert somit die Gefahr von Lufteinschlüssen unter den Decals und wirkt damit dem gefürchteten "silvern" von Decals entgegen. Die dem Dragon-Bausatz entnommenen Decals legten sich dann auch einwandfrei auf die Modelloberfläche. Insbesondere die auf der Zimmeritschicht aufgebrachten Nummern erhielten allerdings eine intensive Bearbeitung mit Microsol/Microset, einem sogenannten "Decalweichmacher", welcher in der Tat dafür sorgt, das sich die Decals möglichst perfekt an die Modelloberfläche schmiegen. Somit sind die Decals kaum noch als solche auszumachen, was schließlich der Sinn alle dieser vorbereitenden Maßnahmen ist. Außerdem sollte der Auftrag einer möglichst glatten Lackschicht dafür sorgen, das sich das folgende Washing mit hochverdünnten Ölfarben kontrollierter auftragen lies und last but not least auch die darunterliegenden Farbaufträge vor dem Einwirken der Ölfarbe zu schützen. 

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