Hasegawa`s Consolidated B-24D Liberator

im Maßstab 1/72 von Peter Ohlenmacher

Hasegawa B-24D Liberator in 1/72 von Peter Ohlenmacher www.scale-world.de

Kein anderes amerikanisches Flugzeug wurde in solchen Stückzahlen gebaut, kein anderes Flugzeug hatte eine solch weitreichende Verbreitung und mitentscheidende Bedeutung für den Verlauf des zweiten Weltkrieges wie die B-24 Liberator. In den fünf Jahren ihrer Dienstzeit erreichte sie den bemerkenswerten Rekord an allen Kriegsschauplätzen Einsätze zu fliegen, und das mit der USAAF, der US Navy, der RAF und der Commonwealth Air Force als Bomber, Versorger, VIP-Transporter, Gunship, Fotoaufklärer, Fliegendes Klassenzimmer oder Tanker.

Hasegawas B-24D Liberator, 1/72, von Peter Ohlenmacher Hasegawas B-24D Liberator, 1/72, von Peter Ohlenmacher

Ob bei den Angriffen auf die Ölfelder im rumänischen Ploesti, ob als Versorgungsflugzeug „over the hump“ von Indien nach China, ob als Seeaufklärer oder Ubootjäger - die Consolidated Liberator war bis zum Kriegsende an allen Fronten zu finden. Eine bemerkenswerte Karriere für ein Flugzeug das eigentlich immer im Schatten der Boeing B-17 zu stehen schien.

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Mit dem Bausatz der B-24D Liberator hat Hasegawa seine erste in Großserie gefertigte Variante des berühmten USAAF-Bombers in 1:72 auf den Markt gebracht. In der Zwischenzeit ist bereits auch die J-Version und eine weitere, als Formation-Ship bezeichnete, D-Version erschienen. Der erste Blick in den Karton ist überaus viel versprechend und zeigt sehr sauber ausgeführte Bauteile mit einem hohen Detaillierungsgrad. Feinste Nietenreihen und Gravuren an Rumpf und Tragflächen, sehr schöne Motoren und Fahrwerksteile, relativ gut strukturierter Bombenschacht und gratfreie Kleinteile.

zzzzt Eine durchdachte Konstruktion: der fertige bemalte und verschmutzte Fahrwerksschacht wird auf der Innenseite der Tragflächen befestigt. Passt einwandfrei und bedarf keinerlei Nacharbeiten. Da von den Motoren im eingebauten Zustand nicht mehr allzu viel sichtbar bleibt, reicht eine akzentuierte Bemalung der Bausatzteile eigentlich vollkommen aus. Detailfreaks können sich jedoch natürlich auch weiter austoben. Diesmal sollten keinerlei Abwurfwaffen den Einblick in den Bombenschacht versperren, deshalb wurden den etwas sehr mager ausgestatteten Waffenaufhängungen eine paar kleine Details aus Plastiksheet und gezogenem Gießast spendiert. Auf vielen Originalbildern ist zu erkennen, dass bei geöffnetem seitlichem Abwehrstand auch die dort befindlichen Windabweiser ausgeklappt sind. Das ist im Grundbausatz von Hasegawa nicht vorgesehen und musste in Eigenregie abgeändert werden. Dazu wurden die vorhandenen anliegenden Windabweiser mittels Skalpell und Schleifpapier entfernt. Die ausgeklappten Windabweiser entstanden aus den eigentlich für die Academy B-24 vorgesehenen Ätzteilen und einigen Ergänzungen aus Plastiksheet. Die ausgeklappten Windabweiser entstanden aus den eigentlich für die Academy B-24 vorgesehenen Ätzteilen und einigen Ergänzungen aus Plastiksheet. Ansicht der beiden Rumpfhälften inklusive aller Veränderungen im Rohbau. An den Seitenwänden des Bombenschachts wurden einige Leitungen aus Zinndraht ergänzt. Im Funkerabteil ist ein Zwischenboden aus Plastiksheet erkennbar, der den dort noch anzubringenden Ballast verdecken soll. Letztlich  kann man darauf jedoch getrost verzichten, denn die kleinen seitlichen Fenster gewähren später praktisch keinerlei Einsicht in diesen Bereich. Gut zu erkennen sind die Strukturen und Gerätschaften im Bereich der seitlichen Abwehrstände. Ein paar Sheetstreifen und etliche Zentimeter Tamiyatape bilden die Grundlage des Innengerüstes. Im Cockpitbereich kann sich der geneigte Modellbauer, sofern er denn Wert darauf legt, so richtig austoben. Sicher, vieles davon ist im fertigen Zustand nur mehr zu erahnen, aber immerhin weiß man dass es da ist. Im Cockpitbereich kann sich der geneigte Modellbauer, sofern er denn Wert darauf legt, so richtig austoben. Sicher, vieles davon ist im fertigen Zustand nur mehr zu erahnen, aber immerhin weiß man dass es da ist. 

Den Reifen hingegen - und in Teilen auch dem Innenraum - hätte eine weitere Detaillierung sicher nicht geschadet. Dazu kommt ein sauber gedruckter Decalbogen, der die Markierungen für zwei Maschinen beinhaltet, einmal „The Squaw“ eingesetzt von der 98th BG in Italien 1943 und alternativ die „Princess“ von der 44th BG. Alles in allem eine runde Sache, die im Vergleich zur gut 15 Jahre alten Academy/Minicraft B-24 an der Ladentheke allerdings mit einem mehr als doppelt so hohen Preis zu Buche schlägt. Dann wollen wir mal schauen, ob diese Investition sich wirklich lohnt.

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Den Bau habe ich diesmal mit den Tragflächen, denn wenige große Teile sprechen für ein schnelles Erfolgserlebnis. Die beiden Hauptfahrwerksschächte erhielten abweichend von den Hasegawa-Vorgaben eine Farbgebung in Neutral Grey und wurden in die untere Flügelhälfte geklebt. Der weitere Zusammenbau erfolgte vollkommen problemlos, lediglich an den Übergängen zu den Motorgondeln mussten ein paar kleinere Spalte mit Magic Sculp verfüllt werden - absolut nichts Ernsthaftes. Die Motorcowlings ließen sich zwar schon jetzt zusammenkleben und mit einem aluminiumfarbenen Innenanstrich versehen, wurden aber danach genauso wie die Motoren und Propeller bis zur Endmontage beiseite gelegt. Vermutlich um Werkzeugkosten zu sparen hat Hasegawa bei der D- und J-Version die gleichen Tragflächen verwendet. Grundsätzlich spricht nichts gegen ein solches Verfahren, bis auf die bei der B-24D nicht vorhandene Trimmklappe am linken Querruder. Ein Detail das sicher nicht jedem auffallen wird und dazu nur mit erhöhtem Aufwand zu korrigieren ist. Nachdem die Tragflächen zur Probe in die Rumpftaschen gesteckt wurden, können auch sie an den Rand der Bastelfläche verbannt und mit den Ausbau des Rumpfes begonnen werden, denn die Flügel- Rumpf- Passung ist ganz ausgezeichnet und bedarf keiner weiteren Nacharbeit.

Hasegawa schlägt als Farbe für den gesamten Innenraum Interior Green vor. Nach meinen Recherchen sind diese Farben zum Einsatz gekommen: Dark Dull Green für das Funkerabteil, Neutral Grey im Bombenschacht und Naturmetall für den gesamten Heckbereich. Hier gut zu erkennen das Ballastpaket aus Bleiblech. Den Cockpitbereich dominiert die Farbe Dark Dull Green. Lediglich Sitzpolster, Gurte und ein paar Konsolen bringen etwas Abwechslung in den Arbeitsbereich der Besatzung. Der hier gezeigte, verkleinerte Bugfahrwerksschacht ist im Modell so nicht vorgesehen. Beim Original ist an dieser Stelle ein offener Raum, der das Bugrad und die nach innen einfahrenden Fahrwerksklappen aufnimmt. Deshalb sollte man die laut Hasegawa außen anzubauenden Fahrwerksklappen einfach weglassen. Mein verkleinerter Schacht entstand aus Plastiksheet und dient lediglich zur besseren Unterbringung des doch erheblichen Bleiballastes. Der gesamte Frontbereich des Modells besteht aus Klarsichtteilen. Das vordere Fenster auf der Steuerbordseite hat bei der D-Version nichts zu suchen. Die hier vorhandenen Gravuren wurden mit Mr. Surfacer 500 verfüllt und anschließend verschliffen. Für die Maskierung dieses Gewächshauses standen mir glücklicherweise die Masken der Fa. Eduard zur Verfügung, ein in diesem Fall nicht unwillkommenes und zeitsparendes Hilfsmittel. Hellgrau, Dunkelgrau und Weiß sind die vorherrschenden Farben nach der Vorschattierung. Das gelbe Rumpfband und die schwarz/weißen Identifikationsflächen wurden anschließend mit Tamiyatape abgeklebt. Die integralen Tragflächenholme und eine wirklich hundertprozentige Passgenauigkeit zwischen den Tragflächen und den Rumpftaschen lassen eine getrennte Lackierung und dadurch wesentlich bessere Handhabung der Hauptkomponenten zu. Hellgrau, Dunkelgrau und Weiß sind die vorherrschenden Farben nach der Vorschattierung. Das gelbe Rumpfband und die schwarz/weißen Identifikationsflächen wurden anschließend mit Tamiyatape abgeklebt. Die integralen Tragflächenholme und eine wirklich hundertprozentige Passgenauigkeit zwischen den Tragflächen und den Rumpftaschen lassen eine getrennte Lackierung und dadurch wesentlich bessere Handhabung der Hauptkomponenten zu. Hellgrau, Dunkelgrau und Weiß sind die vorherrschenden Farben nach der Vorschattierung. Das gelbe Rumpfband und die schwarz/weißen Identifikationsflächen wurden anschließend mit Tamiyatape abgeklebt. Die integralen Tragflächenholme und eine wirklich hundertprozentige Passgenauigkeit zwischen den Tragflächen und den Rumpftaschen lassen eine getrennte Lackierung und dadurch wesentlich bessere Handhabung der Hauptkomponenten zu. Gerollte UHU tac-Würste bilden die Grenze zwischen Unter- und Oberseitentarnung. Zur Vermeidung von Farbnebel auf der Unterseite wurde an den Vorderkanten selbst haftender und leicht an die Form anzupassender Parafilm M verwendet. Die Motor-Cowlings sind zu diesem Zeitpunkt lediglich provisorisch mit UHU tac befestigt. Schritt eins der Oberseitenlackierung. Blech für Blech wird, mehr oder minder sauber und gleichmäßig, auslackiert. Hier auch gut zu erkennen, die Abgrenzung von Unterseite zu Oberseite mittels den UHU tac-Würsten. Schritt eins der Oberseitenlackierung. Blech für Blech wird, mehr oder minder sauber und gleichmäßig, auslackiert. Hier auch gut zu erkennen, die Abgrenzung von Unterseite zu Oberseite mittels den UHU tac-Würsten. Im nächsten Schritt wird mit nochmals verdünnter Grundfarbe wieder jedes einzelne Blech behandelt und weiter variiert. Am Ende soll die Vorschattierung nur mehr ganz subtil zu erkennen sein. Beim letzten Lackierdurchgang wurde im obersten horizontalen Bereich dem Grundton ein wenig weiße Farbe beigemischt. Die Tragflächen wurden genau wie der Rumpf behandelt, die stoffbespannten Steuerflächen farblich etwas mehr abgesetzt. Manchen mag das Ganze etwas übertrieben wirken, doch für mich muss eine Modelloberfläche „leben“. Und je kleiner der Maßstab, desto mehr muss man in die Trickkiste greifen und auch schon mal etwas übertreiben. Auch die Passgenauigkeit der Seitenleitwerksscheiben ist hervorragend, so dass diese sich ebenfalls getrennt lackieren lassen.

Von Anfang an kam für mich nur eine B-24 mit geöffneten Waist Gunner-Ständen in Frage. Baut man die Fenster wie in der Anleitung vorgesehen an, dann ist so gut wie kein Einblick in den Innenraum möglich. Bei der von mir favorisierten offenen Konfiguration kann man im Halbdunkel der Rumpfröhre zumindest noch ein paar Details erahnen, so entstanden aus Plastiksheet, Tamiya-Tape und diversen Teilen aus der Restekiste eine einigermaßen glaubwürdige, wenn auch sehr grobe, Nachbildung der Waist Gunner-Abteile. Auch im an sich gut wiedergegebenen Bombenschacht konnte ich mir ein paar Ergänzungen sowie Leitungen aus Zinndraht nicht verkneifen, wollte ich doch auf den Einbau der mitgelieferten Bomben verzichten und sozusagen freien Einblick in den Bauch der Liberator gewähren.

Hasegawas B-24D Liberator, 1/72, von Peter Ohlenmacher  Hasegawas B-24D Liberator, 1/72, von Peter Ohlenmacher Hasegawas B-24D Liberator, 1/72, von Peter Ohlenmacher Hasegawas B-24D Liberator, 1/72, von Peter Ohlenmacher

Nicht ganz unwichtig bei mit Dreibeinfahrwerk ausgerüsteten Maschinen ist der Bugballast. Hasegawa schlägt dazu 90 Gramm im Bugabteil vor, jedoch ist der Platz dort sehr beschränkt. Deshalb wurde im später nicht mehr einsehbaren Funkerabteil sicherheitshalber ein Paket aus Bleiblechen zusätzlich untergebracht. Nach einer Grundierung mit Alclad Primer erhielten die Rumpfinnenseiten einen Farbüberzug entsprechend meiner Recherchen. Darauf folgten eine Lage Future und Washings mit brauner Ölfarbe bzw. Tamiya Smoke für die naturmetallenen Bereiche. Ein dezentes Trockenmalen hebt die verschiedenen Details weiter hervor. Bevor die Rumpfhälften geschlossen werden konnten, wurde noch der zentrale Tragflächenholm eingesetzt aber nicht verklebt. So lassen sich später die Tragflächen ohne jegliches Nacharbeiten der Tragflächenholme in ihre Position schieben. Größere Passungenauigkeiten traten an den Rumpfnähten nicht auf, alles lässt sich mit ein wenig Mr. Surfacer 500 von Gunze schnell beheben. Gleiches gilt für den Anbau des Höhenleitwerks, nach kleineren Korrekturen mit einem Schleifstick passt es wunderbar an die im Rumpf vorgesehene Stelle. Die beiden Seitenleitwerksscheiben müssen lediglich an den Anspritzpunkten versäubert werden; die Passung ist so einwandfrei, dass sie sich problemlos erst während der Endmontage ankleben lassen.

Hasegawas B-24D Liberator, 1/72, von Peter Ohlenmacher Hasegawas B-24D Liberator, 1/72, von Peter Ohlenmacher Hasegawas B-24D Liberator, 1/72, von Peter Ohlenmacher

Sehr interessant aufgebaut ist das separat ausgeführte Rumpfvorderteil, denn es besteht komplett aus insgesamt sechs Klarsichtteilen. Davon bilden zwei Halbschalen, in die auch die seitlichen Fenster des Bombenschützen integriert sind, das Grundgerüst. Dabei hat sich Hasegawa beim vorderen rechten Fenster zu weit aus dem selbigen gelehnt, es hat bei der hier vorliegenden Version nichts zu suchen. Also wurden die ußerlich vorhanden Gravuren entfernt und der leider etwas dürftig ausgeführte Innenraum optisch etwas aufgewertet. Das dem Bausatz beiliegende Instrumentenbrettdecal ist etwas sehr rudimentär ausgefallen, es besteht lediglich aus weißen Ringen auf schwarzem Grund. Da ist es wirklich besser selbst zum Pinsel zu greifen. Hat man möglichst viel des geforderten Bugballasts unter dem Cockpitboden angebracht, was in diesem Fall mittels in Weißleim fixierten Bleischrot geschah, lässt sich das Vorderteil sehr gut und einfach mit dem Rumpf verbinden. Die Nahtstelle musste nur leicht überschliffen werden, Spachtelarbeiten fielen auch hier nicht an. Bevor man die Löcher für die Bug-MGs bohrt, sollte man sich für eine der beiden darstellbaren Maschinen entschieden haben, da es hier unterschiedliche Montagepositionen zu beachten gilt. Bei meinem Modell wurden die MG-Körper montiert, die Läufe (im Übrigen auch bei allen anderen eingebauten MGs) später durch separate Resin-Teile von Quickboost ersetzt. Danach folgt die Montage der Cockpithaube, die zusammen mit der Vorderrumpfabdeckung ein Teil bildet. Der Einbau der Seitenscheiben, von denen für die verschiedenen Versionen unterschiedliche Ausführungen beiliegen, und Anbau des komplett verglasten Bugkonus bilden den Abschluss der Montagearbeiten am Rumpf.

Hasegawas B-24D Liberator, 1/72, von Peter Ohlenmacher Hasegawas B-24D Liberator, 1/72, von Peter Ohlenmacher

Die eigentlich für diese Version vorgesehenen zwei Abwehrtürme an Rumpfrücken und Heck lassen sich separat montieren und werden erst wieder bei der Endmontage benötigt. Als Besonderheit der von mir gewählten Maschine kommt der Sperry-Bauchturm hinzu, welcher sich jedoch aus dem für die J-Version beiliegenden Teilen problemlos erstellen, da diese dem Bausatz bereits beiliegen.

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Für die beiliegenden Markierungsoptionen konnte ich mich nicht so richtig erwärmen, aber dank Internet war in relativ kurzer Zeit Ersatz gefunden. Der Decalbogen des Kanadiers Mike Grant enthält die Markierungen einer B-24D mit dem Namen Strawberry Bitch. Der kuriose Name dieser Maschine, die im Übrigen den Krieg überlebt hat und im USAF-Museum bei Dayton/Ohio ausgestellt ist, bezieht sich auf den Tarnanstrich der Oberseite in Dessert Pink. Zur Vervollständigung dieser „bunten“ Tarnung ist die Unterseite in Azure Blue gehalten.

Die Fahrwerksbeine weisen eine hervorragende Detaillierung auf, hier wurden lediglich die Bremsleitungen aus dünnem Zinndraht ergänzt. Die Reifen sind von Hause aus leicht abgeflacht und seitlich ausgebeult, leider fehlt ihnen dafür jegliches Profil. Vorbildlich dagegen die getrennte Ausführung von Reifen und Felgen, die sich so wesentlich besser lackieren lassen. Die Hauptbauteile fertig für die Hochzeit von Rumpf und Tragflächen. Die Decals sind aufgebracht, die Gravuren wurden mit einem leichten Washing weiter hervorgehoben, der abschließende Mattlack ist aufgetragen und die Abgasfahnen der Motore mit stark verdünnter braun-schwarzer Farbe auflackiert. Überraschend, wie groß die aus Rumpf und Tragflächen zusammengefügte Liberator tatsächlich wird! Zwar ist die Verbindung der Hauptteile schon in nur zusammengestecktem Zustand hervorragend, trotzdem wurde sie von mir mit Zwei-Komponenten-Kleber gesichert. Ohne störende Bomben ist der Einblick in den Bombenschacht, zumindest von unten, sehr gut möglich. Die Formationsleuchten sind bereits von Hasegawa angedeutet,  wurden aufgebohrt, zuerst mit Chromsilber und anschließend mit klaren Farben ausgelegt. Auch die Bleche, auf denen die kleinen Antennenmaste sitzen, hat Hasegawa bereits vorgesehen. Die Maste entstanden aus IC-Sockelstiften, der Antennendraht aus unsichtbarem Nähgarn.

Vor dem eigentlichen Farbspektakel wurde das komplette Modell grundiert und relativ kontrastreich vorschattiert. Anschließend konnten das gelbe Rumpfband uns die schwarz-weißen Kennstreifen der 512th BS auflackiert werden. Nach dem Abkleben mit Tamiya-Tape konnte mit der Lackierung der Tarnfarben begonnen werden, die diesmal alle aus dem Hause White Ensign Models stammen. Zunächst wurde Azure Blue (ACRN12) in mehreren hoch verdünnten Lagen aufgetragen, wobei jedes Panel einzeln behandelt wurde bis eine zufriedenstellende Abstufung erreicht war. Stellenweise ließen sich einzelne Panels mittels aufgehellter Grundfarbe stärker betonen. Gut 24 Stunden später konnte die Unterseite abgeklebt und die Oberseite analog der Unterseite lackiert werden. Dazu diente eine Mischung aus fünf Teilen RAF Gulf Pink/Sand FS20279 (ARCN16) und einem Teil Dessert Pink ((ARB13), die in Teilbereichen variiert und noch mit Weiß aufgehellt wurde.

Hasegawas B-24D Liberator, 1/72, von Peter Ohlenmacher Hasegawas B-24D Liberator, 1/72, von Peter Ohlenmacher Hasegawas B-24D Liberator, 1/72, von Peter Ohlenmacher

Danach habe ich der Liberator noch einen Satz Enteisungswülste an den Tragflächen- und Leitwerkskanten spendiert. Die betroffenen Teilbereiche wurden großflächig mit Parafilm M überzogen und die zu lackierenden Flächen entlang der Gravuren mit einem scharfen Skalpell ausgeschnitten und die Kanten dann schwarz lackiert. Hört sich schwierig an, ist im Grunde aber wirklich einfach.

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Ein abschließender Überzug mit Future, dem ca. 20% Tamiya X-20A zur Verdünnung beigemischt wurde, bildet die Grundlage für die Decals. Diese sind hervorragend gedruckt und besitzen einen sehr dünnen Trägerfilm, dessen kaum überstehender Rand später praktisch nicht mehr wahrnehmbar ist. Die Verarbeitung gestaltet sich absolut problemlos, nach einer Behandlung mit Micro Sol Weichmacher schmiegten sie sich wunderbar in die Gravuren.

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Mit einem weiteren Future-Überzug versehen erhielt das Modell ein Ölfarben-Washing bestehend aus einer Mischung aus Warmgrau und Umbra gebrannt für die Unterseite, während auf der Oberseite Umbra gebrannt mit einem Hauch Paynes Grey verwendet wurde. Auf der anschließenden Mattlackschicht wurden die Abgasfahnen mit verschiedenen hoch verdünnten braunen und schwarzen Farbtönen realisiert. Für weitere Verschmutzungen und Treibstoffschlieren kamen graue und braune Pigmente von MIG zum Einsatz.

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Nach der Demaskierung der Klarsichtteile und dem Anbau aller bereits fertigen Komponenten mussten nur noch die verschiedenen Positionsleuchten mit klaren Farben von Tamiya eingefärbt werden und jeweils eine Antenne aus unsichtbarem Nähgarn am Bauch, bzw. gezogenem Gießast auf dem Rücken der Strawberry Bitch ergänzt werden.

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„Viel Modell fürs Geld“, dieser Ausspruch trifft bei einem Verkaufspreis für dieses Modell von ca. 60 Euro leider nicht ganz zu. Sicher ist der Hasegawa-Kit der Platzhirsch auf dem Markt der B-24 Modelle im Maßstab 1:72, jedoch nicht über jeden Zweifel erhaben. Hier muss der interessierte Modellbauer nach seinem Gewissen oder seinem Geldbeutel entscheiden.

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Derjenige der sich für den Kauf entscheidet erhält ein wirklich sehr schönes Modell der B-24, an dem es zumindest rein äußerlich eigentlich nichts zu verbessern gibt. Mir persönlich hat der Bau des Modells sehr viel Freude bereitet und ich hoffe bereits jetzt auf weitere Ableger der großen Liberator-Familie. Deshalb ein Wink mit dem Zaunpfahl in Richtung Hasegawa: über eine Ablösung der alten Matchbox PB4Y-2 Privateer würden sich viele Modellbauer sehr freuen.

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