Fujimis Messerschmitt Bf 110 C/D

im Maßstab 1/72 von Jan-Ulf Krethlow

Bei dem Fujimi-Bausatz handelt es sich meiner Meinung nach um den aktuell besten Bausatz einer Bf 110 im Maßstab 1/72. Ein paar Mankos müssen natürlich auch hier in Kauf genommen werden. Diese betreffen sowohl die Abmessungen (hier insbesondere das zu schmal ausgefallene Rumpfheck), die Ausführung mancher Details (Ölkühleröffnungen falsch dargestellt) sowie die an einigen Stellen äußerst dürftige Detaillierung (rudimentäres Cockpit, Fahrwerksschächte ohne jegliche Details)

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Dafür bietet der Bausatz feine versenkte Gravuren, eine gute Passgenauigkeit und die Möglichkeit das Cockpit mit teilweise geöffneter Verglasung darzustellen. Der Kit wird seit geraumer Zeit nicht mehr produziert, was dazu führt das die zur Verfügung stehenden Bausätze, erhältlich z. B. über Auktionsbörsen, ein gewisses Alter aufweisen. Meiner Erfahrung nach sind die Decals dann nicht mehr zu gebrauchen, bei den mir zur Verfügung stehenden älteren Kits ist das jedenfalls so. Aber auch nur eine kleine Hürde, schließlich gibt es verschiedene Decalbögen aus dem Aftermarket-Bereich. ich verwendete einen von EagleCals. Dieser bietet neben attraktiven Markierungsvarianten, Decals auf dem Stand der Zeit, d. h. qualitativ hochwertig gedruckt, sehr umfangreich ausgestattet, mit einem dünnen Trägerfilm versehen und insgesamt problemlos zu verarbeiten.

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Natürlich bedarf auch dieser Bausatz, gerade aufgrund seines Alters, ein wenig Nacharbeit. Diese widmete ich den angeführten Schwachstellen Cockpit und Fahrwerksschacht durch ein paar Ergänzungen aus Plastikplatten, + -profilen, gestanzten Scheiben und Drähten. Die Fahrwerksbeine erhielten Knickgelenke aus einem Eduard-Pe-Set und wurden mit einer Bremsleitung versehen. Die Rohre der Bordwaffen wurden gegen Messingrohre getauscht und das Heckabwehr MG erhielt noch ein paar Verfeinerungen, ebenfalls aus der Eduard-Platine. Die vor dem Ankleben der Verglasung ausgeführte Befestigung löste sich während des Beilackierens des Kanzelbereiches mit der Airbrush und fiel ins Cockpitinnere. Mit viel Geduld und ein wenig Geschick bekam ich das MG aber letztlich an die Position an der es nun sitzt.

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Die Abgasrohre stammen von Quickboost und stellen gegenüber den Bausatzteilen natürlich eine weitere Verfeinerung dar. Nach eine Basisfarbschicht im Aluton folgte eine Schicht dunkelbrauner Farbe. Die Öffnungen wurden mit mattschwarz behandelt und der damit gewonnene Tiefeneindruck durch ein bemalen der Auspufföffnungen mit einem mittelbraunen Farbton verstärkt. Die obligatorischen, bei diesem Muster darüberhinaus auch recht charakteristischen, Abgasfahnen, führte ich dieses Mal mit dem Airbrush aus.

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Die Unterrumpfantennen stammen von Eduard und fallen daher gegenüber den Bausatzteile extrem zierlich aus. Die herstellungsbedingt fehlende Dreidimensionalität, es handelt sich hier um flache Ätzteile, jegliche Abbildung von rohrähnlichem Querschnitt fehlt daher natürlich, fällt in dieser Größe überhaupt nicht auf. Befestigt habe ich diese doch recht filigranen Teile dieses Mal nicht mit CA (Superkleber), sondern mit geringsten Mengen "Gator`s Grip". Diese Klebstoff verzeiht auch einmal leichte Fehler, da er sich, insbesondere kurz nach dem Aufbringen, leicht wieder rückstandsfrei entfernen lässt. Die Klebkraft reicht für diese Kleinteile absolut aus.

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Die Unterseite ziert jetzt ein wunderschön ausgeführtes ETC von Quickboost. Dieses Teil überdeckt die Klebenaht Rumpf/Flügel und ist dermaßen "scharf" gegossen, das es mir schwer fällt meine Begeisterung darüber im Zaum zu halten.. Die Radnaben der Hauptfahrwerksräder wurden mit Tamiya Glanzschwarz lackiert, die Bereifung erhielt ihren Farbton dieses Mal per Pinselbemalung. Vallejo´s "Panzer Aces" Farbton 306, Dark Rubber, riecht fast nach Gummi. Ein überzeugender Farbton und darüber hinaus auch für Pinselrookies wie mich narrensicher zu verarbeiten. Die Radnaben wurde schließlich abgeklebt und der Randbereich der Bereifung beidseitig mit einem mittelgrauen, nach außen schwächer ausgeprägten Farbnebel versehen. Der Bereich verliert dadurch seine "Sterilität". Das Spornrad war ursprünglich, jeweils zur Hälfte, an die beiden Rumpfhälften angegossen. Da ich das Spornrad, genauso wie die Höhen- und Querruder in ausgelenkter Stellung darstellen wollte, wurde es vom Rumpf abgetrennt und in der gewünschten Position neu fixiert.

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Das gelbe "F" der Unterseitenkennung wurde lackiert. Ursprünglich wollte ich das vorhandene Decal, dessen Farbton genau wie beim gelben "F" der Rumpfkennung, erheblich von dem in RLM 04 lackierten Bugbereich bzw Rumpfband, abwich, mit dem gewünschten Farbton überlackieren und dann aufbringen. Am Rumpf waren die Decals schon angebracht, dort wurde das "F" maskiert und das Decal mit dem gewünschten Farbton überlackiert. Für die etwas größere Flügelunterseitenkennung wurde eine neue Maske angefertigt und dann lackiert. Dafür verwendete ich Masken aus leicht haftenden transparentem Maskierfilm. Das benötigte F lässt sich natürlich relativ leicht aus dem Film ausschneiden, andere Buchstaben und/oder eine andere Schriftart hätten da größere Probleme aufwerfen können.

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Insgesamt habe ich versucht, diesem Modell einen recht gebrauchten "Look" zu verpassen. Meiner Meinung nach, bietet sich die 110 dafür geradezu an. Dabei zweifelte ich während der Entstehung doch das ein oder andere Mal am Gelingen, sah das Ganze zwischenzeitlich doch auch einfach nur recht "scheckig" aus. Mittlerweile denke ich, das das Teil des Weges ist. Grobe Ungereimtheiten wurden einfach mit unterschiedlich aufgehellten/abgedunkelten Farbtönen nachbearbeitet und passten sich so mehr und mehr ins angestrebte Gesamtbild ein. Solange man die Farbe kontrolliert aufs Modell bringen kann, was mir persönlich bei LifeColor Produkten selten auf Anhieb gelingt, kann man das Finish eigentlich wunderbar steuern.

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