Bf 108 B-1 "D-IHDD", Heller

im Maßstab 1/72 von Kai Hudson

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Mit der alten Bf 108 von Heller in 1/72 wollte ich mal meine Möglichkeiten ausloten. Der Bausatz sollte ohne Zubehörteile gebaut werden. Lediglich Tuning mit Haushaltsmitteln (Gussäste, "Haushaltsabfälle") sollte erlaubt sein. Ich wusste nicht, was mich erwartet. Um meine Ansprüche wenigstens einigermaßen zufriedenzustellen, wurde nahezu alles verändert.

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Die Bf 108 hatte ich vor vielen Jahren schon einmal gebaut. Hellers Modell ist bis heute die einzige Möglichkeit eine Bf 108 in 1/72 zu bauen. Das Modell stammt aus den 1970ern und wurde mit einem Modell der Bf 108 von Eduard in 1/48 verglichen. Dabei stellten sich folgende Arbeiten heraus:

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Neugravieren aller Bleche (Gravierwerkzeug) die Bausatzgravuren sind erhaben und völlig falsch positioniert) Neue Bespannungsstruktur auf allen Ruderflächen (mittels Abklebeband und "dicker Farbe", bei der Gelegenheit wurden diese abgetrennt und ausgelenkt montiert) Neue Formgebung der Tragflächenenden (Feinen und Schleifen) (Neu-)Herstellen der kompletten Fahrwerkschächte und Verlegung der Fahrwerksbeine (aus Plastikkarte) Neuaufbau der Fahrwerksbeine (Spritzenkanüle und Tamiyatapewicklung) Nacharbeiten des hinteren Fahrwerkes Neue Formgebung des Höhenleitwerkes (Trennen und mittig um 1,5 mm kürzen) Neue Positionsleuchten (aus Klarsichtmaterial) Überarbeiteter Landescheinwerfer (Front aus Klarsichtmaterial) Neuaufbau der seitlichen Auspuffverkleidung (aus Gußastmaterial) Überarbeiten der Cockpithaube Neuaufbau der unteren Motorenpartie (aus Plastikkarte) Neuaufbau der unteren Auspüffe und des Ölkühlers (aus Gußastmaterial) Nacharbeiten des vorderen Motorlufteinlaufes (Feilen und Schleifen) Erstellen von Zylinderimitaten (aus einem Sternmotor der Grabbelkiste)

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Ich wollte die Bf 108 unbedingt in einer zivilen Variante lackieren. Besonders gefallen mir die in RLM 24 gehaltenen "Rennflugzeuge" der späten dreißiger Jahre, die an einer ganzen Reihe von Luftrennen teilgenommen haben. Meine Maschine "D-IHDD" hat 1937 als Flugzeug Nr. 22 am Ilse of Man Airrace teilgenommen. Um diese Maschine darzustellen musste eine weitere Arbeit in Kauf genommen werden:

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Lackieren aller Rufzeichen (mittels Masken aus Tamiya-Tape).Für das Modell gibt es auch einen Decalsatz von Techmod, der aber aufgrund der o. g. Einschränkungen für mich ausschied. Insgesamt hat der Bau sehr viel Spaß gemacht, da man eine Vielzahl von Techniken anwenden kann - und muß. Das Modell hat dennoch einen Fehler behalten, der allerdings mit Bordmitteln kaum zu korrigieren ist und zum Glück nicht auf den ersten Blick auffällt:

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Die Cockpithaube ist beim Original seitlich ausgebaucht und hinten am breitesten. Das Hellermodell hat allerdings eine gerade Cockpitseite. Außerden sind die hinteren Einzelfenster zu weit von der Hauptverglasung entfernt. Das Hellermodell wirkt durch diese Formfehler etwas schlanker als die echte Maschine. Hätte es jemand gemerkt, wenn ich es nicht geschrieben hätte?!

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Abschließend bleibt für mich der Wunsch, daß sich ein Hersteller dieses sehr formschönen Flugzeuges in 1/72 annimmt, z. B. Eduard, wo ein 1/48 Modell ja schon vorhanden ist. Das Heller-Modell hat einfach zu viele Schwächen, um einfach so aus der Box ein schönes Modell zu ergeben.

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