Revell`s EF 2000 Typhoon (Double-Seater)

im Maßstab 1/72 von Peter Ohlenmacher

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Der EF2000 ist eine Gemeinschaftsentwicklung von Deutschland, Großbritannien, Italien und Spanien und soll hierzulande vor allem die veralteten Phantom der Luftwaffe ersetzen. Die Entwicklung des European Fighter Aircraft (EFA) wurde 1983 ins Leben gerufen, der erste Prototyp absolvierte 1994 seinen Erstflug und im Sommer 1998 erhielt der Eurofighter seinen Namen Typhoon. Seit kurzem befinden sich die ersten Doppelsitzer beim JG73 in Laage und werden dort für die Truppenerprobung und zur Fluglehrerschulung genutzt. Die ersten Einsitzer sollten im Dezember 2004 folgen. Während dieser Erprobungsphase werden neue Software und die Bewaffnung in das System integriert, erst im Jahre 2006 wird der Eurofighter als Jagdflugzeug voll einsatzfähig sein. 2007/2008 wird die Erprobung der „Enhanced Operating Capability“ in der Rolle als Jagdbomber folgen.

Von den 620 im Rahmenvertrag geplanten Maschinen gehen 180 an Deutschland, 232 an Großbritannien, 121 an Italien und 87 an Spanien. Bereits 2003 hat sich Österreich zum Kauf von 18 Maschinen entschlossen, und die Industrie macht sich Hoffnung auf weitere Bestellungen aus Griechenland, Singapur und Norwegen.

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Revell bringt das Modell praktisch zeitgleich mit der Truppeneinführung des Eurofighters auf den Markt und präsentiert dem Modellbauer eine sehr detaillierten und passgenauen Bausatz.

Kein Vergleich mehr zu den bisher erhältlichen Modellen, die alle mehr oder weniger auf den Prototypen und Bildern des Eurofighters basierten und dementsprechend ungenau waren. Besonders gut gelungen sind die Schleudersitze und Fahrwerke, die in 1:72 bei der Detaillierung sicherlich neue Maßstäbe setzen. Ein Schwachpunkt hingegen ist, dass man das Cockpit nur geschlossen darstellen kann. Die Haube ist zwar zweiteilig ausgeführt, eine geöffnete Darstellung lässt sich aber nur durch den Scratchbau des Öffnungsmechanismus realisieren. Auch hätte ich mir lieber statt der zu öffnenden Luftbremse separate Vorflügel gewünscht, da diese bei abgestellten Maschinen meistens ausgefahren sind, die Luftbremse hingegen ist immer geschlossen.

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Nach einer trockenen Passprobe der größeren Bauteile fielen mir 2 Problemstellen auf: Der als separates Teil ausgeführte Rumpfrücken deckt den Ausschnitt im Rumpfoberteil nicht ganz ab und so müssen 2 kleine dreieckige Spalten mit Sheet aufgefüttert werden. Auch die obere Lippe der Lufteinlauföffnung will nicht so richtig passen, doch dazu später mehr. Ansonsten gibt es eigentlich nichts zu meckern, die Verbindungsstellen der Rumpfbaugruppen sind von Revell geschickt an Stellen gelegt worden, die später praktisch nicht mehr auffallen. So konnte auf die Verwendung von Spachtelmasse fast ganz verzichtet werden.

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Die eigentliche Montage beginnt mal wieder beim Cockpit, das aus zwei getrennten Wannen besteht. Die Sitze bestehen aus jeweils 5 Teilen und sind Revell wirklich sehr gut gelungen; da sie beim Blick in das Cockpit aber besonders ins Auge fallen, habe ich noch ein paar Verbesserungen angebracht. Aus dünnem Sheet ist ein neues Sitzpolster entstanden, die Gurte wurden aus etwas dickerer Alufolie nachgebildet. Alle Cockpitteile erhielten einen Farbauftrag nach Bauanleitung, gefolgt von einem leichten Washing und anschließendem Trockenmalen der Instrumentenbretter. Die vorgesehene Darstellung der Instrumentierung in Form von Decals geht ja noch in Ordnung, aber bei den Seitenkonsolen haut das nicht mehr hin. Die Decals passen in Form und Abmessungen überhaupt nicht zu den wenigen vorhanden Reliefs auf den Konsolen. Kurzerhand wurden die Decals zerschnitten und so angebracht, dass sie ungefähr den Vorbildfotos entsprachen.

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Laut Bauanleitung sollen vor dem Einbau der Cockpitwannen zuerst die Canard-Flgel angebracht werden. Diese können mittels eines auf die Achse zu klebenden Ringes auch drehbar ausgeführt werden; ich habe aber auf diese Option verzichtet und den Ring von innen auf das Montageloch geklebt. So können die Canards bei der Endmontage einfach eingesteckt werden.

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Nachdem im Vorderrumpf etwas Ballast verstaut wurde, erfolgte das verkleben der beiden oberen Rumpfhalbschalen. In den folgenden Bauabschnitten 9 und 10 sollen die Teile für Triebwerksendsektion und Nachbrenner angebaut werden. Ich wusste es natürlich wieder besser, wollte mir die später anfallenden Abklebearbeiten sparen und habe die Teile für die Triebwerksdarstellung erst einmal weggelassen. Das hatte am Ende aber leider erhebliche Mehrarbeiten zur Folge, denn durch den Wegfall der Teile ist der Heckbereich bei der Montage recht instabil. Böse Zungen behaupten, ich hätte beim Verkleben dieser Sektion dem Gesichtsausdruck nach unter Presswehen gelitten; es war zumindest kein Vergnügen. Außerdem muss der Befestigungsrand für die vorgenannten Teile entfernt und die Rumpfwandungen durch schleifen soweit verringert werden, dass die Materialstärke im Zehntelmillimeterbereich landet, damit die Schubdüsen nachträglich eingeschoben werden Können. Prompt habe ich mir diesen empfindlichen Bereich während der späteren Lackierung erheblich beschädigt, denn irgendetwas lasse ich immer fallen. Also doch lieber die Anleitung befolgen und abkleben.

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Die nächste Problemstelle war dann allerdings nicht hausgemacht, sondern von Revell eingebaut. Der aus 5 Teilen bestehende Lufteinlauf bedarf einiger Feinarbeiten, damit das Endergebnis später überzeugen kann. An der Verbindung der Teile 16 und 17 muss ein erheblicher Spalt aufgefüllt werde, dass geschah bei mir mittels Sekundenkleber und Backpulver, gefolgt von einigen Schleifdurchgängen. Hier sollte sehr sorgfältig vorgegangen werden, da gerade der Lufteinlauf von vielen Modellbaukollegen besonders kritisch beugt wird. Auch die obere Einlauflippe Teil 23 will nicht so recht passen, weder an das obere Rumpfteil, noch an den Mittelkeil im Lufteinlauf. Also wurden die Passstifte auf dem Mittelkeil entfernt, am Rumpf, dort wo die Hinterkante von Teil 23 anliegt, wurde vorsichtig Material abgetragen und nach etlichen Passproben das Ganze schrittweise mit Sekundenkleber unter Spannung verklebt. Ein verbleibender Restspalt zwischen den seitlichen Lufteinlaufwänden und dem Rumpfunterteil wurde mit kleinen Sheetstreifen verschlossen. Aber der Aufwand lohnt sich, denn so müssen nur ein paar kleinere Spalten mittels Flüssigspachtelmasse verschlossen werden und sämtliche feinen Details bleiben auf dem Rumpf erhalten. Die Lackierung der Innenteile des Lufteinlaufs erfolgte vor dem Zusammenbau, danach mussten lediglich kleinere Ausbesserungen vorgenommen werden.

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Nachdem diese letzte größere Hürde umschifft war, ging der restliche Bau recht problemlos vonstatten. Die Flügeloberseiten passen hervorragend, und wer beim Kleben mit der nötigen Sorgfalt vorgeht, kann sich Nacharbeiten in Form von Spachtel- und Schleiforgien ersparen. Vor dem Anbau des Rumpfrückens müssen, wie Eingangs erwähnt, Sheetstücke aufgefüttert und beigeschliffen werden. Der Rücken selbst passt prima auf den Rumpf.

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Die Hauptfahrwerksbeine werden zunächst nur gesteckt und mit dem Einzugsmechanismus verklebt. Nach dem Trocknen der Klebestellen habe ich sie wieder entfernt und mit Hydraulikleitungen versehen. Nach der Lackierung und einer leichten Alterung mit verdünnter grauer Acrylfarbe können sie bis zur Endmontage beiseite gelegt werden. Auch die anderen Anbauteile wie Fahrwerksklappen, Zusatztanks, Pylone und Bewaffnung werden separat lackiert und erst ganz zum Schluss montiert.

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Bremsklappe und Luftbetankungssonde habe ich im eingefahrenen Zustand dargestellt, da das auch bei abgestellten Maschinen die Regel ist. Im Bauabschnitt 25 hat Revell den FLIR-Pod Teil 60 mit einem Fragezeichen versehen. Bei den aktuellen Maschinen ist er nicht angebaut und wird auch erst in den kommenden Jahren nachgerüstet. Ich habe ihn weggelassen und die Montagelöcher im Rumpf mit Stücken aus gezogenem Gießast und Flüssigspachtelmasse verschlossen.

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Als letzter Montageschritt vor der Lackierung werden die beiden Cockpithaubenteile angebaut. Zuvor muss allerdings noch ein Gussgrat entfernt werden, der sich über die ganze Länge der Haube zieht. Mit Polierfeile und Polierwachs ist das aber schnell erledigt. Maskiert wurden die Klarsichtteile mit dünnen Streifen aus Tamiya-Klebeband für den Rand und Humbrol-Maskol für die verbleibenden Flächen.

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Zuerst wurden die Fahrwerksschächte mit einem leicht abgedunkelten Wei lackiert, mit einer Detailbemalung versehen, gealtert und unter Schaumstoffabdeckungen vor der nachfolgenden Lackierung geschützt. Die metallfarbenen Partien im Heckbereich und an den Nachbrennern habe ich mit Metalizer Farbtönen von Model Master lackiert und anschließend mit Parafilm M maskiert. Die Verschmutzungseffekte an den Innenseiten der Nachbrenner wurden mit verschiedenen Farbpigmenten erzeugt.

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Nach dem Auftrag des hellgrauen Farbtons an den Flächen- und Leitwerkskanten und deren Maskierung, kann mit der eigentlichen Lackierung begonnen werden. FS 36314 für das Radom und FS 35237 für den Rumpf und die Zusatztanks; verwendet wurden Farben der Marke LIFECOLOR, die jeweils mit 20% Weiß abgetönt wurden.

Nach einer Teildemaskierung und einer Schicht Future zur Versiegelung wurden die Gravuren und versenkt dargestellten Details mit einer Mischung aus dunkelgrauer Acrylfarbe, Wasser und Spülmittel ausgelegt. überschüssige Farbe wird nach 15 Minuten mit einem angefeuchteten fusselfreien Lappen wieder entfernt

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Bei den Decals hat Revell diesmal leider kein Meisterstück abgeliefert, der reichhaltige mitgelieferte Bogen war verdruckt. Nach einem Anruf bei der Abteilung X bekam ich zwar kurzfristig Ersatz geliefert, aber auch bei diesem Exemplar war die Druckqualität nicht viel besser. An diesem Punkt sollte von Revell dringend nachgebessert werden. Verwendet habe ich die ganzen Warn/Wartungshinweise und die Staffelabzeichen, hier habe ich mir das Beste aus 2 Bögen ausgesucht. Balkenkreuze, Zahlen und Flaggen stammen von den TL-Bögen 2705 und 2709, wobei die Zahlen nicht ganz korrekt sind, denn der weiße Rand ist auf den aktuellen Maschinen nicht mehr vorhanden. Zum Abschluss kommt über alles eine Schicht Klarlack von Vallejo, die sich aus 50% Matt und 50% Seidenmatt zusammensetzt.

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Die Montage des Fahrwerks, der Klappen und der Bewaffnung verlief problemlos, lediglich der Stellzylinder für die Bugfahrwerksklappe musste leicht gekürzt werden.

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Beim Betrachten des Endproduktes vergisst man so manchen kleinen Ärger beim Bau. Alles in allem hat es mir doch Spaß gemacht, den Eurofighter zu bauen. Auch der nicht so geübte Modellbauer wird sicher mit dem Bausatz zurecht kommen. Selbst aus der Box gebaut, mit einigen einfachen Ergänzungen mittels Draht, Alufolie und Plastiksheet, kann man ein schönes Abbild des Originals erreichen. Lediglich die Druckqualität der Decals trübt das ansonsten positive Gesamtbild ein wenig.

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