Revells North American F-86D “Sabre Dog”

im Maßstab 1/48 von Erik Alles

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Im Jahre 1949 forderte die U.S. Air Force diverse Hersteller dazu auf, ihre Entwürfe für einen Allwetter Abfangjäger zu unterbreiten; von den eingegangenen Vorschlägen erwies sich jener von North American als der radikalste: durch die Verwendung eines sogenannten Flight Control Computers fasste man nun die Arbeit von Pilot und RIO zusammen, und schuf so den ersten „Ein-Mann-Abfangjäger“. Das bereits in früheren Sabres verwendete J47 Triebwerk wurde nunmehr mit einem Nachbrenner versehen, auch kam man bei North American von Anfang an davon ab, den Jäger mit Bordkanonen zu bestücken und stattdessen wurden 24 ungelenkte Raketen in einem ausfahrbaren Werfer untergebracht, die gegnerische Ziele nach dem „Schrotschuss-Prinzip“ vom Himmel holen sollten. Die Zielerfassung, Verfolgung und das automatische Abfeuern der Raketen besorgte das Hughes E-3 Feuerleitsystem

Da diese Variante der Sabre nur noch knapp 25% ihrer Komponenten mit einer herkömmlichen F-86A gemeinsam hatte, entschied man sich dazu, den neuen Typ fortan als F-95A zu bezeichnen. Letztendlich fasste man seitens North American und der Air Force doch den Entschluss, das Flugzeug als F-86D in Serie gehen zu lassen. Dies geschah wohl auch vor dem Hintergrund, dem für die Mittelfreigabe zuständigen U.S. Kongress zu suggerieren, da es sich hierbei „lediglich“ um eine Weiterentwicklung der überaus bewährten und zuverlässigen F-86 Sabre handele. Komplette, und vor allem technisch überaus anspruchsvolle Projekte, behandelte der Kongress von Haus aus stets mit einer gewissen Skepsis.

Wenn alle Systeme der F-86D einwandfrei funktionierten, erwies sich das Flugzeug als überaus effektives Mittel zum Abfangen gegnerischer Ziele. Dies führte dazu, da die mittlerweile von ihrem Besatzungen „Sabre Dog“ getaufte Maschine zwei Drittel aller Abfangjagdstaffeln des Air Defense Command ausrüstete, während das verbliebene Drittel von Staffeln mit zweisitzigen F-94 Starfire und F-89 Scorpion bestückt war.

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Das konkrete Vorbild meines Modells stellt eine F-86D-60 der 498th FIS dar, die 1955-56 auf dem Stützpunkt Geiger Field bei Spokane im Bundesstaat Washington stationiert war. Geflogen wurde die „TEXAS TERROR“ von Colonel Grover Wilcox, dem kommandierenden Offizier der Air Division. Das gezeigte Farbschema mit Haifischmaul, schnaubendem Bullenkopf wurde anlässlich der Verlegung des Geschwaders zum scharfen Luft-Luft Schießen nach Yuma, New Mexico aufgebracht.

Bereits 1957 wechselte die 498. auf die Convair F-102A Delta Dagger , und zwei Jahre danach folgte die Ausrüstung mit dem „ultimativen Abfangjäger“ – der F-106A Delta Dart.

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Die gezeigte F-86D wurde später im Jahre 1956 auf den Standard einer F-86L gebracht, die mit leistungsgesteigerter Elektronik und Triebwerken ausgerüstet wurde sowie die größere Tragfläche der F-86F-40 erhielt. Wichtigste Neuerung bei der F-86L war jedoch der Einbau des SAGE Systems, das dem Piloten damals bereits dem Piloten alle Informationen der bodengestützten Radarkontrolle via Daten-Link in Echtzeit zur Verfügung stellte.

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Monogram und Revell brachten die Sabre Dog im Jahre 2001 gemeinsam auf den Markt. Bei Revell erschien die spätere Variante der F-86D mit dem markanten Gehäuse für den Bremsfallschirm in der hinteren Wurzel des Seitenleitwerks, während Monogram die frühe Ausführung (bis Block 35) mit „rundem“ Heck herausbrachte.

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Der Bausatz weist die bereits von Monogram bekannte sehr feine Detaillierung mit nunmehr feinen versenkten Gravuren auf; somit lässt sich der Kit aus der Schachtel heraus zu einem überaus ansprechenden Modell bauen. Allerdings hatte Revell es versäumt, der späteren Sabre Dog das geänderte Instrumentenbrett mit niedriger Abdeckung zu verpassen. Abhilfe schafft in diesem Fall das Eduard Detailset, welches eben genau diese Teile bereitstellt.

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Ich entschied mich dazu, das Black Box Cockpit zusammen mit Teilen des Eduard Bogens an dieser Sabre Dog zu verbauen. Die Decals für diese Maschine wurden einem Eagle Strike Bogen entnommen, wobei die Wartungshinweise selbst vom Revell Bogen stammen.

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Die Lackierung meines Modells erfolgte mittels dreier ALCLAD Farbtone, als da wären: Duraluminium für den Rumpf, Airframe Aluminium für einzelne Panelflächen sowie Semi Matt Aluminium für mittleren Flügelflächen. Die Blechstöße sowie einzelne Zugangsklappen als auch der Bereich um die Schubdüse wurden mit Gunze Smoke betont, wobei durch flächigen, lasierenden Auftrag einzelne Panels abgedunkelt wurden, um weitere Metallschattierungen zu erreichen.

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Im folgenden Gang wurde die Oberfläche wiederum mit einer hauchdünnen Klarlackschicht versiegelt und bildete die Basis für das Aufbringen der Decals.
Während sich die Eagle Strike Decals mit ein wenig Weichmacher und Fixierung höchst folgsam verhielten, erwiesen sich die Revell Schiebebilder gegenüber Micro Sol und Gunzes Mr.Softer als recht resistent und störrisch. Eine abschließende Lage Klarlacks bereitete nun das Washing mit Schmincke Ölfarben vor.

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Schließlich erfolgte der letzte Schritt mit einer Schicht Mattlack von Polly Scale, der zu 40% mit Tamiya Verdünner gestreckt wurde. Als weitere Zugabe wurde ein Tropfen Future hinzugemischt, um den extrem stumpfen Mattlack ein wenig zu brechen, und das Finish leicht seidig erscheinen zu lassen.

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Die Monogram/Revell Sabre Dog ist ein rundum gelungener Bausatz, der einem auch weniger Geübten beim Bau viel Freude bereitet. Kleinere Fehler wie das für späte F-86D falsche Instrumentenbrett, dürften sich nur dem „Eingeweihten“ erschließen. Gleiches gilt auch für die um sage und schreibe (ironisch) 3 zu große Pfeilung der Tragfläche, was aber so gut wie niemandem auffallen wird.

Wer sich die Mühe machen möchte, die Tragflächen von Hasegawas japanischer F-86F-40 (identisch mit Revells Sabre Mk.6) in den Rumpf der Revell (!!) F-86D zu verpflanzen, und die Antenne für das SAGE System zu ergänzen, kann auf dieser Grundlage auch eine der späteren F-86L als Modell erstehen lassen.

Auf eine der F-86K mit Kanonenbewaffnung wie sie auch bei der Bundesluftwaffe flog, wartet der geneigte Modellbauer jedoch bis heute leider vergebens.

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