Italeri´s Macchi C. 202
im Maßstab 1/72
von Jan-Ulf Krethlow

 

 

Über die Bauphase


Hasegawa und Italeri dürften die zur Zeit besten 202 Bausätze im 72er Maßstab im Programm haben. Beide haben jedoch ein erhebliches Manko in der Wiedergabe des Fahrwerksbereiches.

Der Italeri-Kit bietet eine solide Grundlage zu einem moderaten Preis. Gut gemachte versenkte Gravuren, wenn auch teilweise falsch gesetzt, eine insgesamt stimmige Form und eine durchaus akzeptable Passgenauigkeit bilden die Grundlage für ein schönes Modell. Dabei helfen ein paar modellbauerische Grundkenntnisse, die auftretenden kleinen Klippen zu umschiffen. Ein wenig gespachtelt und geschliffen werden muss allerdings. Das stellt aber wirklich kein grundlegendes Problem dar.

Einen Schwachpunkt stellt die Ausführung der Fahrwerksschächte dar. Deutlich unterdetailliert hat Italeri hier wahrlich Fantasie bewiesen. Die wenigen Details die die da sind, sind förmlich aus der Luft gegriffen. Man könnte auch sagen, falsch. Der Part-Ätzteilsatz ist mal wieder aberwitzig ausgefallen. Was die Lösung Zur Darstellung der Landeklappenstruktur betrifft, gefällt mir der entsprechende Eduard-Satz um Längen besser. Wo bei Eduard gefaltet wird, besteht bei Part alles aus Einzelteilen. Die müssen natürlich adäquat bearbeitet und verbunden werden. Keine Aufgabe für den Newbie, allerdings natürlich auch nicht unlösbar. Vorsicht beim Verarbeiten der Cockpitseitenteile. Hier hat Part`s Konstruktionsabteilung einen Patzer eingebaut (s. Baubericht) 





Der Bausatz

 

Die Moskit Auspuffe sind eine Augenweide. Ganz klar, bei weiten schöner als die angegossene Struktur der Italeri-Rumpfhälften. Letztlich wohl eine Frage der Investitionsbereitschaft, denn günstig gehört nicht zu deren Eigenschaften. Ansonsten allerdings kann man als Detailverliebter wirklich ins Schwärmen geraten. Besser kann man die Auspuffe nicht wiedergeben. Wer es dann noch schafft die Gußstrukturen sauber auszuschneiden hat relativ schnell schönes Detail an seinem Modell.

Die True-Details Räder halte ich für überflüssig. Der Versuch diese abgeflacht darzustellen ist gründlich in die Hose gegangen, weil mal wieder übertrieben. Den nötigen Betrachtungsabstand allerdings vorausgesetzt, verliert diese Eigenschaft an Gewicht. Letztlich deswegen und aufgrund der Tatsache das die von mir bearbeiteten Bausatzräder nicht richtig in die Part-Aufnahme passen wollen, habe ich sie trotzdem verwendet.

Der Sky-Modell Decalbogen kann mit seiner Vielfalt Punkten. Allerdings hat auch der seine Tücken. Die Kennung der von mir dargestellten Maschine ist eindeutig zu hoch ausgefallen und das weiße Kreuz auf dem Seitenleitwerk stimmt in den Abmessungen auch nicht (wieder zu groß). Zumindest das Kreuz kann man aber "zurecht schnibbeln". Und die Größe der Kennbuchstaben und -zahlen dürfte wohl auch nur dem intensivem Beobachter oder bei Vergleichen mit Originalfotos auffallen. Die Verarbeitung der Decals ließ dann wieder keine Wünsche offen und der unvermeidliche Trägerfilm fällt recht dünn aus

 

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Insgesamt halten sich die Mängel in Grenzen und der Italeri-Kit ist auf jeden Fall eine lohnende Investition. Wer im Besitz einer Spritzpistole ist, kann sich bei den vielen interessanten Tarnschemen (eigentlich hat man mit den Sky-Model-Bogen schon fast die Qual der Wahl) richtig austoben. Diese (die Spritzpistole) ist dann aber auch vonnöten, denn per Pinsel ist da in meinen Augen nicht viel zu machen (Ausnahmen soll es geben). Sicher ist wohl, das man aus diesem Kit auch mit seinem rudimentärem Fahrwerk dank der Vielfalt äußerst interessanter Tarnschemen durchaus eine Eyecatcher bauen kann. In meinen Augen ist die 202 eines der schönsten einmotorigen Jagdflugzeuge seiner Zeit. Alleine deswegen sollte man sich ruhig mal ein wenig Zeit nehmen und sich mit diesem Bausatz auseinandersetzen.

                                               

 

Modellbau hat ja auch immer ein wenig mit Philosophie zu tun. Es gibt mannigfaltige Ansichten darüber wie weit man letztlich geht, um dem Original möglichst nahe zu kommen. Letztlich darf/soll/muss/kann/wird das natürlich jeder für sich selbst entscheiden. Wie schon den obigen Ausführungen zu entnehmen, bin ich der Meinung, dass sich aus dem Italeri-Kit auch ohne jegliche Zurüstteile ein ansprechendes Modell basteln lässt.


Text und Bilder Copyright © 2007  Jan-Ulf Krethlow
Seite erstellt am 29 Dezember 2007
Letzte Überarbeitung am 01 Februar 2009

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