Tamiyas Mitsubishi A6M5 Zero Fighter (Zeke)

im Maßstab 1/72 von Jan-Ulf Krethlow

Ab Sommer 1940 diente die Zero Japans Marine 5 Jahre lang als Hauptjäger. Von erfahrenen Piloten geflogen waren die Zeros alliierten Jägern zunächst überlegen und hatten den Ruf der Unbesiegbarkeit. Nie wirklich ersetzt, blieben die sie bis Kriegsende eine echte Bedrohung.

Bei der A6M5 (Modell 52) handelt es sich um die letzte Variante der Baureihe. Mit Schwerpunkt auf die erzielbare Geschwindigkeit hatte die M5 eine gegenüber der Vorgängervariante M3 auf 11m reduzierte Spannweite mit abgerundeten Flügelspitzen und ein geändertes Auspuffsystem (jetzt mehrfach- statt vorher Einzelauslass). Diese Maßnahmen ermöglichten eine Höchstgeschwindigkeit von 565 km/h. Von der A6M5 wurde ca. 6000 Stück gebaut.

Zum Bausatz: Ein 2012er Tamiya Produkt aus neuen Formen. Schon von den Fakten her ein idealer Ausgangspunkt für einen entspannten Bau. Genau das sollte es werden. Eigentlich sogar noch mehr, ein sogenanntes "Zwischendurch"-Projekt. Wobei dieser Begriff durchaus dehnbar ist und dessen Bedeutung natürlich extrem davon abhängt, wer dieses Projekt da gerade bearbeitet. Für meine Verhältnisse mit 9 Wochen Bauzeit dann aber doch ein Schnellschuss. Aber eigentlich ist mir die Dauer eines Projekts wurscht. Spaß machen soll es und das Ergebnis sollte natürlich auch zufrieden stellen.

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Der Bausatz bietet feine, versenkte Gravuren, eine phantastische Passgenauigkeit und die Möglichkeit das Cockpit mit geöffneter oder geschossener Verglasung darzustellen. Die Detaillierung ist die Beste die ich bisher in einem 72er Spritzgussbausatz gesehen habe. Und das rundherum. Motor, Cockpit, Fahrwerksschächte, alles sehr gut detailliert. Da bleiben, falls überhaupt, nur wenig Wünsche offen.

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Ein einziges, kleines Manko, zumindest bei meinem Bausatz, hatten die Decals. Die Hinomarus (die roten Rumpf- und Flügelmarkierungen) haben einen dunkelgrünen Ring im Außenbereich. Dieser war auf meinem Decalbogen alles andere als gleichmäßig gedruckt. Von Modellbaukollegen hörte ich aber schon, das das bei Ihnen nicht so sei. Also u.U. eine Ausnahme. Dafür ist die Deckkraft der Decals absolut klasse und bedarf an keiner Stelle eine Unterlage aus heller Farbe. Hier scheint nirgendwo etwas durch. Es hat den Anschein, das diese Deckkraft mit einem Plus an Materialstärke erkauft wird. Das hält sich aber im Rahmen und ist mir so allemal lieber. als würden da dunkle Bereiche durchscheinen.

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Aufgrund dieses Mangels bei den Hinomarus, wurden diese lackiert. Hier wurde das rot dann natürlich schon mit weiß unterlegt. Wenn auch kaum zu erkennen, haben die Kreise einen umlaufenden schmalen grünen Ring, Diesen dann gleichmäßig breit zu lackieren war dann doch so einfach nicht. Mit ein wenig Sorgfalt und Kontrolle beim Abkleben lässt sich aber auch diese Aufgabe bewältigen. Abgeklebt wurde hier mit Tamiyatape, wobei die benötigten Kreise nicht aus dem Band sondern aus den relativ neuen Sheets geschnitten wurden. Mittels Kreisschablone und Kurvenmesser übrigens, mit den üblichen Kreisschneidern bekomme ich solchen engen Radien nicht vernünftig hin.

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Die erforderlichen Ergänzungen hielten sich in Grenzen. Lediglich der Antennendraht aus gezogenem Gussast, ein paar geätzte Gurte und die Flügelwaffen aus 0,6mm Messingrohr wurden ergänzt bzw. getauscht.

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Bei der Planung der Abgasfahnen suchte ich zunächst nach Referenzmaterial, also Fotos aus der Einsatzzeit. Dabei fiel mir auf, das der Motor anscheinend keinerlei Abgasfahnen produzierte, jedenfalls keine erkennbaren. Selbst an den hell lackierten Varianten konnte ich keine Abgasspuren erkennen. Gut, meine Recherche hielt sich insgesamt in Grenzen, trotzdem konnte ich kein einziges Originalfoto auftun, welches Abgasfahnen erkennen ließ. Ergo -> keine Abgasspuren.

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Ehrlich gesagt habe ich mir die Zero auch ausgesucht, um mich was die Oberfläche angeht mal richtig auszutoben. Bei meiner Minimal-Recherche stellte ich dann relativ schnell fest, das die Qualität der A6M5-Lackierungen so schlecht nicht wahr. Folglich reduzierte ich die Anzahl und Fläche der Lackabplatzergegenüber der ursprünglichen "Planung" erheblich. Was ich aber nach wie vor umsetzen wollte, war die Darstellung einer recht mitgenommenen Oberfläche, mit vielen leichten aber doch wahrnehmbaren farblichen Nuancen.

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Neben den üblichen Methoden, wie Abdunklung der Panellines und Aufhellungen der Zwischenräume mit unterschiedlich abgestufter Grundfarbe sowie einem zusätzlichen Ölfarbwashing der Panellines, bin ich hier erstmals einen Schritt weiter gegangen. Die gesamte Oberfläche erhielt einen dünnen Überzug hochverdünnter Basisfarbe um die Helligkeitsunterschiede ein wenig abzumildern. Dann erhielt das Modell einen Überzug aus Glanzlack, mit einem Anteil Tamiya Smoke (schätze mal so 5 - 10 Prozent). Auch nicht auf meinem Mist gewachsen, Erik Alles, ein von mir hoch geschätzter Modellbauer verriet einmal seine Vorgehensweise. Und die ist einfach nachahmenswert.

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Ergänzt wurde das Ganze dann durch eine Behandlung mit unterschiedlichen Ölfarben, Ich benutzte ein helles sowie ein dunkles grau, ein mittleres sowie dunkles braun und ein wenig gelb, um den Farbton der Oberfläche zu variieren. Alle diese Farben mit Terpin verdünnt aufgetragen und dosiert. Hier das richtige Maß zu finden , ist die Kunst. Schnell ist da zu viel aufgetragen, daher zwischendurch vielleicht einfach einmal das Ganze mit ein wenig Abstand betrachten. Die Ölfarben verzeihen da auch mal eine "längere Pause".

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Erwähnenswert vielleicht noch der Umstand, das ich mich bei der Auswahl der Farben komplett von der Tamiya-Vorlage gelöst habe. Die verweist natürlich auf das hauseigene Sortiment und empfiehlt da zum Teil Farbmischungen oder auch Sprühfarbtöne. Da ich bezüglich der Gunze Aqueous Palette hervorragend ausgestattet bin, hielt ich mich hier komplett an eine Anleitung aus einem Hasegawa-Bausatz.

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Link zum Baubericht

 

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